Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Tournee

Depeche Mode feiert heißen Tourauftakt - trotz Kälte

02.06.2013 | 17:56 Uhr
Depeche Mode feiert heißen Tourauftakt - trotz Kälte
Dave Gahan beim Tourauftakt im Münchner Olympastadion.Foto: dpa

München.   Der anhaltende Nieselregen kann die Fans nicht bremsen: Depeche Mode füllt und rockt zum Tourauftakt am Samstagabend ganz locker das Münchner Olympiastadion - und beweist, dass sie noch genauso energiegeladen ist wie in den achtziger Jahren.

Es ist kalt, es ist nass, und vor allem sind die Finger klamm. "Lasst mich eure Hände sehen", ruft Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan (51) den Fans zu. Im selben Moment verwandelt sich das ausverkaufte Münchner Olympiastadion in ein mitklatschendes Meer aus Regenjacken und Wintermänteln. Voller Energie spielt die britische Synthie-Pop-Band am Samstagabend vor 63.000 Menschen ein zweistündiges Konzert - ein gelungener Start in die Deutschland-Tour.

Während zugleich das DFB-Pokalfinale läuft und das Wetter nicht an Juni sondern November denken lässt, füllt sich die Arena zunächst nur zögerlich. Pünktlich zum Konzertbeginn macht der Dauerregen eine Pause - und die dreiköpfige Band eröffnet zusammen mit zwei weiteren Musikern ihre Show mit den wummernden Klängen von "Welcome To My World" aus dem aktuellen Album "Delta Machine".

Bessere Musik dank Entzug

Schon beim dritten Song zieht Gahan sein schwarzes, glänzendes Jackett aus, um in gewohnter Manier seine Tattoos unter einer ärmellosen Weste zur Geltung zu bringen. Die Band begeistert das Publikum mit Klassikern wie "Personal Jesus" und "Just Can't Get Enough" sowie mit aktuellen Songs wie "Heaven". Ihren ersten Hit in Deutschland, "People Are People", spielt Depeche Mode jedoch nicht.

Im Vorfeld hatte Keyboarder Andrew Fletcher (51) bessere Konzerte versprochen: Da er mittlerweile das einzige Bandmitglied sei, das noch trinke, bekommt das Publikum jeden Abend "99,9 oder 100 Prozent". Von den Drogengeschichten der Vergangenheit und den gesundheitlichen Problemen, mit denen Sänger Gahan auf der letzten Tour vor vier Jahren zu kämpfen hatte, ist in München nichts zu spüren. Die Fans genießen unterschiedlichste Stimmungen, von Pathos bis Party.

Kaum mehr als ein "Thank you"

Bei zwei der ruhigeren Songs und einer der fünf Zugaben übernimmt Martin Gore (51) unter Jubelrufen aus dem Publikum den Gesang. Von den Videoleinwänden mal in schwarz-weißer 80er-Jahre-Optik, mal mit Naturbildern und Lichtblitzen unterstützt, tänzelt Dave Gahan lasziv über die Bühne. Dabei hält sich der Sänger ohne große Unterbrechungen an den Songtext einer der größten Erfolge der Gruppe; mehr als "Thank you very much" ist von Gahan den ganzen Abend kaum zu hören.

Die Depeche-Mode-Musiker stehen seit rund drei Jahrzehnten gemeinsam auf der Bühne und gelten mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern als eine der erfolgreichsten Bands der Welt. Das 13. Studioalbum "Delta Machine" schaffte es im April aus dem Stand auf Platz eins der deutschen Charts. Viele ihrer treuesten Fans hat die Band in Ostdeutschland. In der ehemaligen DDR wurde sie für junge Leute zum Symbol für die große, weite Welt - so auch für die rund 30 Depeche-Mode-Fans um Fanclub-Gründer André Liebert (40), die zum Münchner Konzert extra aus Chemnitz anreisten.

Die aktuelle Tour führt die Gruppe - neben den drei Bandmitgliedern Gahan, Gore und Fletcher zwei für Liveauftritte engagierte Musiker - auf 34 Konzerte in 25 Ländern. Nach dem Auftakt in München ist die aus dem englischen Basildon nordöstlich von London stammende Band in Stuttgart, Frankfurt/Main, Berlin, Leipzig, Hamburg und Düsseldorf zu sehen. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Warum Atze Schröder auch mal ein Mann für eine Nacht ist
Comedy
Premiere für eine Ratgeber-Stunde der unmoralischen Art: Comedian Atze Schröder hat sein neues Bühnenprogramm dem „Richtig fremdgehen“ gewidmet . Das stellte er nun in der Essener Lichtburg vor. Ein Abend zwischen Bravo für Erwachsene und Ballermann ohne Sangria-Eimer.
Das Rock-Magazin „Visions“ kennt das Geheimnis ewiger Jugend
Pop
Am Wochenende gibt’s ein Festival, denn das Dortmunder Magazin für Alternative Rock feiert seinen 25. Geburtstag - und hat sich die Frische erhalten. Ein Gespräch mit Chefredakteur Michael Lohrmann über Kurt Cobain, Rock’n’Roll-Lifestyle und größenwahnsinnige Vertriebsdeals in der Dönerbude.
U2 rocken im Treppenhaus von Radio NRW in Oberhausen
Konzert
U2 live und ganz nah: Sonst füllen sie Stadien, am Freitagnachmittag spielten sie vor 200 Zuschauern. Im Treppenhaus von Radio NRW in Oberhausen präsentierten Bono und seine Mitstreiter ihr neues Album "Songs of Innocence". Eine feine Party, aber leider eine kurze.
Theaterkarten in NRW werden mit bis zu 162 Euro bezuschusst
Kultur-Kosten
Der Bund der Steuerzahler NRW hat jährlichen Etats von Theatern in 22 Großstädten im Land unter die Lupe genommen und mit den Besucherzahlen in Relation gesetzt. Das schlechteste Verhältnis ergibt sich in Düsseldorf: Eine Theaterkarte wird mit 162 Euro subventioniert. Dortmund liegt auf Platz 2.
WestLB hat offenbar auch Beckmann-Gemälde verkauft
Warhol-Werke
Teure Gemälde, die auf dem Müll landen oder in Casinos Zigarettenrauch ausgesetzt sind: Die schlechte Lagerung von Kunstschätzen und die geplante Versteigerung von Warhol-Bildern aus dem Besitz landeseigener Unternehmen ist für Kritiker ein Sündenfall - aber offenbar nicht der erste.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?