Depeche Mode elektrisieren die Massen in Düsseldorf
27.02.2010 | 12:00 Uhr 2010-02-27T12:00:20+0100
Düsseldorf.Depeche Mode zeigten sich in Düsseldorf schön düster, Dave Gahan und Band elektrisierten die Massen in der Esprit-Arena. Schon beim Opener „In Chains“, der sich faszinierend quälend dahinzieht, wird deutlich – der Spaß bei Depeche Mode kommt mit dem Schmerz.
Stadionkonzerte, da zuckt der ein oder andere Musikfreund schon mal zusammen. Seelenlose Gigantomanie, absurde Bühnenbilder, schlechter Sound. Dass es auch anders geht, zugegeben, im Unterrang war der Klang gerade so akzeptabel, bewiesen Depeche Mode beim ersten ihrer beiden Konzerten in der Esprit-Arena in Düsseldorf. Dass die nun am Ende ihrer Welttournee liegen, war dem Gallenblasentumor von Sänger Dave Gahan geschuldet, der scheint jedoch genesen, auch wenn er hager und sehnig wirkt, die Pirouetten mit dem Mikroständer absolviert er wie ein Derwisch, der sich in Trance tanzt.
Dass er sich zu einer Musik bewegt, die für ein solche gigantische Bespaßungsveranstaltung eigentlich denkbar ungeeignet scheint, ist eines der großen Mysterien der Band aus der „new town“ Basildon, England, die nun schon dreißig Jahre Elektropop spielt. Denn von den Anfängen als recht leichtgewichtige, aber stets sympathische Synthie-Combo haben sich Gahan, Martin L. Gore und David Fletcher zu einem düsteren Kraftwerk entwickelt, haben das Unbehagen an der Welt in brillante Melodien gegossen.
Karge Bühne und eine geschickte Videodramaturgie
Schon beim Opener „In Chains“, der sich faszinierend quälend dahinzieht, wird deutlich – der Spaß bei Depeche Mode kommt mit dem Schmerz. Dazu passt die karge Bühne und eine geschickte Videodramaturgie, die Gahan und seine Freunde oft in Pixel und hart getönte Bilder zerlegt. Eine überdimensionale Linse wird zur Discokugel oder auch, wunderbar retro, zum textenden Kugelkopf jener Schreibmaschinen, die vor dem Computer als state of the art galten.
Ein Rabe fliegt im Takt, inszeniert von Hausfotograf Anton Corbijn, der zuletzt den englischen Meistern der Pop-Depression, Joy Divison, ein filmisches Denkmal setzte. Und vielleicht sind Depeche Mode heute die angepassteren Nachfahren dieser Band, auch weil Gahan dem Drogentod entkommen ist und sich auch nicht das Leben genommen hat wie Ian Curtis.
Rau, verzerrt und primitiv
Gahans Pop-Gesten sind es, die den Sound aus dem Dunkel reißen, das Herumwirbeln, das „Yeah“ und das „That´s right“ und vor allem dieser Ruf nach „Martin“ bevor der Songschreiber Gore ein erstes fulminantes Gitarrensolo spielt, rau, verzerrt und primitiv. Ein großer Rock-Moment, einstudiert, aber dennoch wirksam. Gore hat seine eigenen Momente in den scheinbar simplen Songs, die er zu behutsamen Keyboardklängen singt. Erlösung in dieser düsteren Messe gibt es auch, wenn 50.000 mit den Armen wedeln, wenn sie „I´m taking a ride with my best friend“ singen, wer oder was auch immer dieser Freund sein mag, und natürlich auch den Satz darüber, dass Worte so viel Unheil anrichten.
Die Hits sind die Atempausen in diesem Konzert, der nun auch schon zwanzig Jahre alte Electro-Blues vom „Personal Jesus“ oder „I Feel You“ wirken dennoch abstrakter als früher. Depeche Mode sind schon lange erwachsen und jetzt vielleicht in ihrer „reifen“ Phase angelangt. Es dürfte interessant sein zu beobachten, wohin sie noch gehen. „Music for the Masses“ für die Fans zwischen zwanzig und fünfzig wird es bleiben, es sei denn, ihre Klangfarben werden noch düsterer. Am Ende sieht man die drei Masterminds im Video in Raumanzügen, lost in space, auf einer Odyssee. Denn vor 50.000 muss man sich auch einsam fühlen.
14:12
Das war toll!
19:28
Zu #4:
Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und Tote nicht mit Lebenden, meist wird man damit weder dem Einen noch dem Anderen gerecht.
21:34
Eigentlich schreibe ich ja nicht in solche Foren,aber was angebliche Fans hier von sich geben,läßt mich doch nur den Kopf schütteln.Wer tollen sound will,muß sich zu Hause vor die Stereoanlage setzen. In den großen Arenen ist nun mal nicht mit super sound zu rechnen,mind in einer Ecke ist der je nach Bauweis ziemlich schlecht.Im Gegensatz zu anderen Bands ACDC. U2,die ich ebenfalls schon in Stadien gesehen habe,war der sound und die Performance von Depeche Mode richtig gut. Zumal die Show für Mitvierziger ziemlich gut war. Und wenn Fans jenseits der 35 nicht mehr so Kreischen ist das nun mal ziemlich normal,oder sollen Leute über 35 nur noch zu Hause auf dem Sofa sitzen ? Und wenn ein Dave Gahan mal nicht so gut drauf gewesen sein sollte,was ich nicht so empfunden habe, na und,total normal, noch bei der Krankheitsgeschichte des letzten Jahres. Vielleicht war es auch nur ne erkältung,bei dem Wetter micht so ungewöhnlich...
12:16
@Thorsten72:Nur weil Du DM auch vermutlich noch zujubeln wirst,wenn sie in Rollatoren oder Krücken auf die Bühne kommen oder sich vor Publikum ein Butterbrot schmieren,weißt Du noch lange nicht mehr als die Kritiker hier,denen das Konzert nur bedingt oder garnicht gefallen hat.
Weshalb ist man eigentlich kein echter Fan,wenn man mal auch was kritsch sieht?
Für eigentlich reife und erwachsene Leute ist so eine Haltung ziemlich armselig,finde ich.
08:28
@ die meisten hier:
Ihr habt alle mal überhaupt gar keine Ahnung wer und was Depeche Mode ist. Ich bin ein Fan von Anfang an, und werde es auch über das Ende hinaus bleiben. Das Konzert war gut, die Esprit-Arena schlecht, da kann man halt nichts dran machen. Wieviele von euch hier hatten eigentlich schon mal Krebs? Wieviele kennt ihr, die Krebs haben oder hatten? Wie geht es denen denn heute? Spielen die auch Musik bis zum Umfallen? Laufen sie Marathon oder so? Ich weiß nicht, normalerweise schreibe ich keine Kommentare, aber auf soviel Schwachsinn musste ich einfach mal antworten.
22:15
Ich muss sagen, es war mein 1. DM-Konzert und ich habe die Karte zu meinem 40. Geb. bekommen. Früher war fand ich DM schon toll, war aber nie auf einem Konzert, leider. Ich war mit meiner Schwester dort und wir fanden es Klasse! Es war ihr 5. Konzert von DM !!
Die Anfahrt mit dem Zug sehr entspannt.. Vom Bahnhof zum Stadion, sehr entspannt. Wir wurden sehr gut geleitet... auch zurück. Außerdem wurde ja wohl vorher dazu geraten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.
Das Konzert war einfach Mega-schön! Ich muss sagen, die Menschenmassen haben mich sehr beeindruckt. Unser Platz im Block F war auch Klasse. Tolle Sicht, tolle Fans (keine Sitzhocker). Jeder bei uns hat ein Plakat bekommen (es hatten sehr viele welche dabei) und Luftballons gabs bei uns auch :-)) War schon schön !!
Schaut euch mein Eindruck an! Der Ton ist schei.... Aber meine kleine Cam bringts einfach nicht.
http://www.youtube.com/watch?v=Ou6eFqg-zHk
Der Sound war gut, fand ich. Einige Lieder kannte ich nicht ganz soo gut, aber ich hätte mich ja vorher besser reinhören können :-)
Ich fand die emotionalen Momente von Dave sehr menschlich muss ich sagen. Er hat sehr oft Martin in den Arm genommen und war mehr als 1x verstummt um sich die Fans anzusehen- und zu hören... und er hat sich total oft bei den Fans bedankt und verneigt...
Wir fanden es toll! Außerdem ist Dave wirklich sehr sexy.. :-))
Ich komme wieder !! See you next time. !!
20:00
@Sauerländer: Danke für den Kommentar!!!
@Wolla: Ich habe schon etliche Konzerte und Großveranstaltungen besucht und soetwas habe ich noch nicht erlebt. Außerdem auch in großen Arenen gearbeitet. Also weiß ich, wovon ich spreche! Von einem Provinzler also kann nicht die Rede sein.
Jeder sollte auch seine Meinung sagen dürfen ohne abgewatscht zuwerden. Und wie Du siehst, gibt es hier einige die meine Ochsentour erlebt haben.
Und wenn ich ein Stadion für 50.000 baue, dann muss ich den Parkplatz dafür mit berücksichtigen.
Oder bist Du jemand der gerne provoziert?
19:35
Was soll denn hier das immer wieder auftauchende alberne Argument mit DSDS?Aber echte DM-Fans sind ja schon mit Recht dafür verschrien,daß sie mit Kritk überhaupt nicht umgehen können.
Fakt ist,daß der Sound am Freitag auf den Rängen mies und bis zur Schmerzgrenze übersteuert war und ich von DM diesbezüglich einfach Besseres gewohnt bin.2006 war ich auch in D dabei und der Sound war für Hallen dieser Größe wirklich gut
Gegen eine simple Light-Show habe ich auch nix,aber das,was die geboten haben,war nicht bloß simpel,sondern über große Strecken schlicht phantasielos.Leider hatte ich auch einen Platz mit hervorragendem Blick auf die Bühne,sodaß mir das vermutlich negativer auffiel,als wenn ich im Getümmel vor der Bühne gestanden und Party gemacht hätte.
DM haben Maßstäbe gesetzt,was Konzerte angeht,aber dieses Mal wurden sie denen kaum gerecht.Vielleicht hätten sie außerdem ihre eigenen (gesundheitlichen) Grenzen erkennen und ihren Tourplan nicht so gnadenlos vollpacken sollen.Ist doch klar,daß irgendwann alle Reserven verbraucht sind und die Konzerte darunter leiden
19:00
Jetzt hört mal auf zu meckern. Was hat euch denn gut gefallen? Schön,das das Konzert überhaupt stattgefunden hat.
Wenn ihr den 1a HiFi Sound haben wollt, bleibt zuhause, setzt die Kopfhörer auf und schaltet die Taschenlampe aus und ein.Wir, aus PB, fanden es super. Sound? ist doch live. Licht? Manchmal ist weniger mehr. Dann guckt lieber DSDS, das ist steril.
10:59
Ich war beide Tage in der Arena. Das Konzert am Samstag war um Längen besser als Freitags. Und die Stimmung im Innenraum war auch spitze! Die Setlist am Samtag war besser! Bei Photographic ist die Halle fast explodiert!
Das Problem mit den Parkplätzen ist doch schon lange bekannt. Wir machen daher schon immer Park&Ride. Selbst schuld, wer sich auf diesen chaotischen Parkplatz stellt!
Vielleicht hätte man den Journalist ja auch zum Abschlusskonzert schicken sollen und nicht zum vorletzten. Dann hätte man auch noch die super Fanaktion erwähnen können!
Aber es fällt der Redaktion ja noch nicht einmal auf, dass ein Name falsch ist! Peinlich!