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Opernprojekt

„Das hätte meinem Vater gefallen“

27.07.2011 | 17:19 Uhr
„Das hätte meinem Vater gefallen“
Foto: Olaf Fuhrmann

Gelsenkirchen.   Die Gelsenkirchener „Opera School“ wird von Peter Ustinovs Sohn gefördert. Im Kleinen Haus des Gelsenkirchener Musiktheaters wurde jetzt das Stück „Kater Moshe“ uraufgeführt

Wenn eine Katze Musik macht, muss das noch lange nicht wie Katzenmusik klingen. „Kater Moshe“ zum Beispiel, der fiedelt so wunderschön auf seiner Geige, dass selbst die finstere Fürstin des Schattenreichs schnell ihren Schrecken verliert. Die Märchenoper rund um „Kater Moshe“ und den Kampf um den magischen Zauberring stammt aus der Feder der Gelsenkirchener Komponistin, Sängerin und Musikpädagogin Chris Seidler und wurde jetzt im Kleinen Haus des Gelsenkirchener Musiktheaters im Revier mit großem Erfolg uraufgeführt.

Mit über 70 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren auf der Bühne, allesamt Mitglieder der Gelsenkirchener „Opera School“ und der Essener „Ustinov Opera School“. Und einem prominenten Zuhörer im Parkett, der das aufwendige Projekt zusammen mit anderen erst möglich machte: Igor Ustinov, 55-jähriger Sohn der britischen Schauspiellegende Peter Ustinov, förderte das Opernvorhaben maßgeblich mit seiner Stiftung und setzt damit das Engagement seines Vaters für benachteiligte Kinder nachhaltig fort.

Die Opera School ist nicht nur Ausbildungsstätte für Gesang, Schauspiel und Tanz, nicht nur Talentschmiede, sondern in erster Linie eine Chance für Kinder aus sozial benachteiligten Stadtteilen, einen Zugang zu Kunst und Kultur zu bekommen.

So, wie es einst die Idee der inzwischen insolventen Yehudi-Menuhin-Stiftung war, für die Chris Seidler lange als Botschafterin engagiert war. 2005 reifte in der heute 51-jährigen Gelsenkirchenerin die Idee für eine Musiktheaterwerkstatt, ein Jahr später nahm das Experiment erste Formen an. Bis Ende 2009 ein Projekt der Menuhin-Stiftung, ging die „Opera School“ im letzten Jahr in einen eingetragenen Verein über.

Chris Seidler unterrichtet heute allein in Gelsenkirchen zusammen mit 18 ehrenamtlichen Helfern über 170 Kinder und Jugendliche. Trainiert wird in den Räumen einer Grund- und einer Ballettschule. Stimmbildung, Schauspiel, Tanz und Konversation stehen auf dem wöchentlichen Stundenplan. Die „Ustinov Opera School“ ist an der Essener Herbart-Schule angesiedelt und bezieht vor allem Kinder mit Migrationshintergrund in die Arbeit mit ein. Der Unterricht ist für die Teilnehmer kostenlos.

Finanziert wird das soziokulturelle Opernprojekt von der Stadt Gelsenkirchen, von Mitteln aus der EU, der Ustinov-Stiftung und privaten Sponsoren. Viele Eltern packen zudem mit an.

Abendfüllend

Wie bei der Uraufführung von „Kater Moshe“. Das abendfüllende Musiktheater voller musicaltauglicher Melodien, großer Chorszenen und kleiner Soli schrieb Chris Seidler ihrem Ensemble auf den Leib. Drei Jahre lang wurde geprobt, immer das eine große Ziel vor Augen: die Bühne des Musiktheaters.

Die Märchenoper blättert einen ganzen Kosmos aus skurrilen Fantasiewesen in prächtigen Kostümen auf und erzählt eine Geschichte rund um die Kraft der Freundschaft und die Macht der Musik. Ein Feuerwerk aus Rhythmus, Melodien und Märchenbildern, das vor allem vermitteln soll, so Chris Seidler, wie Musik die Menschen verbinden und wie sie die soziale Kompetenz fördern kann: „Musik baut Brücken und die Opera School trägt dazu bei, dass Kindern eine Brücke in die Opernhäuser gebaut wird.“

Deutliche Signale

Igor Ustinov, Bildhauer und leidenschaftlicher Hobby-Sänger, begeistert dieser Weg und er war sich nach der Premiere von „Kater Moshe“ sicher: „Das hätte meinem Vater gefallen.“ Und setzte deutliche Signale, dass die Gelsenkirchener und Essener Opern-Schulen auch in Zukunft auf seine Hilfe setzen können.

Elisabeth Höving



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