Das blaue Leuchten
29.07.2010 | 13:36 Uhr 2010-07-29T13:36:00+0200
Essen. Wer in diesen Tagen abends mit dem Auto in Kettwig auf der Ruhrtalstraße unterwegs ist, der wird vielleicht ein blaues Leuchten wahrnehmen. Das intensive Blau dringt durch eine mit Folie verkleidete Schaufensterscheibe, die zum Best-Kunstraum gehört. Das Lichtzeichen schafft Aufmerksamkeit für eine Rauminstallation, die sich im Inneren befindet.
„Uns geht es auch um die Außenwirkung. Wir wollen die Passanten mit einer anderen Realität konfrontieren“, erläutern Dirk Hupe und Peter Stohrer das Konzept ihrer ersten gemeinsamen Arbeit.
Bei dem Kooperationsprojekt der beiden Künstler spielt die Wirkung von Farben eine wichtige Rolle. „Bluewhiteblack“, also Blauweißschwarz, haben sie ihre Installation überschrieben. Diese drei Farben sind durchaus typisch: Dirk Hupe taucht seine Bildtafeln in ein tiefes Schwarz, Peter Stohrer bevorzugt Weißtöne, Blau verwenden beide. Die Reihenfolge, mit der die Farben im Titel genannt werden, bezeichnet auch die Abfolge der „Farbräume“, die man nach dem Eintreten durchschreitet.
Schwarze Bilder als wirkungsvoller Kontrast
Der vordere Bereich des Best-Kunstraums wurde mit blauer Baufolie ausgekleidet. Ein schmaler Gang aus Folienwänden führt den Besucher durch den Raum, dessen wirkliche Gestalt verunklärt wird. Die Wirkung der Folien und des vorherrschenden blauen Lichtes beeinflusst auch die Wahrnehmung der Kunstwerke, die sich sowohl vor, wie auch hinter den transparenten Bahnen befinden.
Der anschließende weiße Raum ist den kleinformatigen, kastenförmigen Objekten von Peter Stohrer vorbehalten. Ein wirkungsvoller Kontrast dazu sind Dirk Hupes schwarze Bilder, die innerhalb einer Komposition aus schwarzen Folienelementen im letzten Raum präsentiert werden.
Für die zwei erfahrenen Künstler ist die Installation kein neues Medium. Beide integrieren ihre Bilder oder Objekte bevorzugt in räumliche Zusammenhänge. Dass das Zusammenspiel aber so schlüssig ausfallen würde, dürften beide allenfalls geahnt haben. Hupe und Stohrer zeigen eindrucksvoll, dass Installationskunst nicht nur in Museen und Kunstvereinen funktioniert. Das Genre lässt sich auch in kleineren Ausstellungsräumen zur Blüte bringen.
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