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Hobbit-Parodie

Parodie "Der Hobbknick" - Darf man über Hobbits lachen?

22.12.2012 | 15:00 Uhr
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Parodie "Der Hobbknick" - Darf man über Hobbits lachen?
Hobbit oder Hobbknick? Das ist hier die Frage. Der Essener Myk Jung parodiert Tolkiens erfolgreiche Bücher.Foto: Mark Pokorny/Warner Bros

Essen.   Dieser Tage frisch erschienen: „Der Hobbknick“, eine hinreißende Parodie der Abenteuer von Bilbo Beutlin. Der Essener Autor Myk Jung gewinnt Tolkiens modernem Märchen lustige Seiten ab. Und genießt in der Fangemeinde hohes Ansehen.

In diesen dunkelsten Tagen des Jahres strömen die Massen in die illuminierten Lichtspielsäle, um die Geschichte vom kleinen Hobbknick namens Bilbord Beutelkinn zu sehen, von Ganzhalb dem Grauen und den dreizehn Lendhenzwergen, die ausziehen gegen den drachengleichen Feuerschmetterling Shnaub.

Ääähhh, Moment mal, an dieser Stelle haben wir wohl glatt die Geschichten verwechselt. Denn im Gegensatz zum „Hobbit“ von J.R.R. Tolkien ist „Der Hobbknick“ aus der Feder des Essener Parodisten Myk Jung bisher noch nicht verfilmt, genießt unter Tolkien-Anhängern aber schon wenige Tage nach dem Erscheinen Kultstatus.

Tolkien parodieren? Darf der das? „Das war meine große Angst“, erzählt Jung. „Ich bin mit großem Herzklopfen mit meinem ersten Buch, dem ,Herrn der Ohrringe’, zur Deutschen Tolkien Gesellschaft nach Köln gewandert, Ende 2001. Und es war überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil: In dieser Szene, in der die Leute sich ja auch verkleiden, sind Parodien sogar gern gesehen. Das wusste ich auch nicht. Mir ist noch nie jemand begegnet, der es mir übel nahm.“

Ins Englische übersetzt

Von diesen, zarten Anfängen hat sich Myk Jung, früher Sänger bei Düsterbands wie The Fair Sex und Testify, zu Europas prominentestem Parodisten des Tolkienwerks gemausert, der mit dem „Herrn der Ohrringe“ und dem frisch erschienenen „Hobbknick“ zu Gast ist auf Fantasytreffen und literarischen Kreisen. Zurzeit werden beide Bücher ins Englische übersetzt.

Ein Grund für den Erfolg liegt darin, dass es Jung nie darum ging, aus den Vorlagen die größtmögliche Zahl von Pointen zu pressen. Im Gegenteil: Er sagt von sich selbst, dass er nur wenige Bücher außer dem „Herrn der Ringe“ liest. Seine beinahe einschüchternde Werkskenntnis, gepaart mit einem Talent für skurril-humoreskes Erzählen, machen den Reiz aus. „Ich könnte das mit anderen Büchern gar nicht machen, ich fühle einfach nicht den Drang in mir“, sagt er.

Parodie und Hommage zugleich

Und so ist „Der Hobbknick“ eine liebevolle und philosophische Nacherzählung einer alten Geschichte geworden, Parodie und Hommage zugleich, die dem sprachverliebten Professor Tolkien wohl ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht gezaubert hätte.

  • Myk Jung: Der Hobbknick. Plöttner, 255 S., 14,90 €. Der Herr der Ohrringe. Plöttner, 390 S., 16,90 €. Kurzlesungen in der Filmpause: 22. & 23.12. Cinemaxx Essen, 27. & 28.12. Cineworld Lünen. Lange Lesungen: 10.1. Düsseldorf, Abraxas, 11.1. Essen, Unperfekthaus, 12.1. Dortmund, Sissikingkong, 13.1. Bochum, Bhf Langendreer, 14.1. Gladbeck, Café Stilbruch. Mehr Infos hier.

Georg Howahl

Kommentare
22.12.2012
19:00
Parodie
von Kravattenmuffel | #2

Auch nicht zu verachten:
"Der Herr der Augenringe" von Dschey Ar Tollkühn
Gibt´s aber (glaube ich) nur noch im Antiquariat.

22.12.2012
17:59
Parodie
von gukop | #1

Ich empfehle Myk Jung erst nach J.R.R Tolkien zu lesen. Es wird dann hinreißend komisch(er).

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2012-12-22 15:00
Kultur