Dagmar Manzel und die vielen Gesichter ihrer Kunst

Ein Star, viele Gesichter: Dagmar Manzel als Tatort-Kommissarin Paula Ringelhahn mit ihrem Schauspieler-Kollegen Fabian Hinrichs.
Ein Star, viele Gesichter: Dagmar Manzel als Tatort-Kommissarin Paula Ringelhahn mit ihrem Schauspieler-Kollegen Fabian Hinrichs.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Schauspielerin Dagmar Manzel singt beim „Sommernachtstraum“ in der Essener Philharmonie. Es gibt Eintrittskarten zu gewinnen.

Berlin/Essen.. An ihrer Gesangskarriere hat die große deutsche Schauspielerin mit Geduld und Können gearbeitet: Längst ist es Kult, wenn Dagmar Manzel an Berlins Komischer Oper Offenbach-Operetten aufmischt oder Cole Porters „Kiss me, Kate“ spielt. Zum Saisonfinale der Essener Philharmonie adelt Dagmar Manzel das Konzert „Modern Times“. Lars von der Gönna sprach mit ihr über Sommergefühle, alte Schlager und die vielen Gesichter ihrer Kunst.

Das Essener Motto ist „Sommernachtstraum“. Was ist Ihr schönster Sommermoment?

Dagmar Manzel: Wenn man den ganzen Tag im Wald spazieren gehen kann, ein bisschen mit dem Paddelboot im Spreewald herumfährt – das sind echte Sommermomente für mich. Aber eigentlich alles am Sommer: an Blumen riechen zu können, die Farben, die verschwenderische Üppigkeit.

Sie sind Gärtnerin, richtig?

Dagmar Manzel: Ja, ich hab’ einen großen Garten, das ist ein fantastischer Ausgleich. Meist spielt man ja abends (lacht), und wenn ich tagsüber keine Proben habe, bin ich wirklich nur im Garten. Ich genieße das sehr.

Mit eigenen Pellkartoffeln, hört man...

Dagmar Manzel: Na, klar. Ich hab’ sie dieses Jahr an den Kompost gesetzt – und die kommen schon ganz schön! Eigene Kartoffeln mit Leinöl-Quark, das ist das Beste, was es gibt. Fast so schön wie ein gutes Glas Wein.

Sie bringen nach Essen unter anderem Chansons von Friedrich Hol­laender mit. Für welche Welt stehen diese Lieder?

Dagmar Manzel: Die Zwanzigerjahre sind eine enorm kreative Zeit gewesen, da kommen Musik und Text in unglaublicher Qualität zusammen. Das ist immer auch von wunderbarem Humor getragen. Im Unterhaltungsbereich findet man das heute so nicht mehr.

Warum ist das untergegangen?

Dagmar Manzel: Na ja, viele Künstler, die für diese Art von Musik standen, sind vertrieben oder umgebracht worden. Das ist ein Riss durch die deutsche Kultur, der geblieben ist. Was in den 50er-Jahren entstand, war dagegen oft mittelmäßig, eher die Sparte brave Unterhaltung. Umso lieber setze ich mich für die Zeit davor ein, ich genieße das richtig, die Stücke fürs Publikum wiederaufleben zu lassen.

Haben sie von Hollaender eine besonders geliebte Zeile für uns?

Dagmar Manzel: Eine stammt aus den „Liedern eines armen Mädchens“. Da singt ein Mädchen am Rand der Gesellschaft von seiner eigenen Beerdigung, denn da kriegt es endlich mal Aufmerksamkeit, da „komm’ se nämlich alle zu Besuch“. Und es endet mit dem Satz: „Wenn ick ma tot bin, det is’ mein scheenster Tach!“ Da liegen Lachen und Weinen so eng beieinander, das gefällt mir sehr.

Wo sehen Sie sich als Künstlerin mit Ihren vielen Neigungen?

Dagmar Manzel: Im Glück! Ich darf mit großen Orchestern auftreten, singe Operetten, spiele mit Kollegen wie Ulrich Matthes am Deutschen Theater Berlin. Es gibt die Arbeit am Franken-„Tatort“, die mich glücklich macht. Diese Vielfalt ist einfach nur schön. Es erfüllt mich!

Gemeinsam mit der Philharmonie verlosen wir 3 x 2 Freikarten für das Konzert. Wer dabeisein möchte, ruft an bis kommenden Sonntag, 14. Juni 2015, nennt das Stichwort „Manzel“ sowie seinen Namen und seine Telefonnummer unter Tel. 01378 / 78 76 19 (0,50€/Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobilfunktarif höher).