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Zensur

Chinas Kinofans kritisieren Zensur von James-Bond-Film "Skyfall"

22.01.2013 | 13:11 Uhr
Zahlreiche Chinesen haben ihrem Ärger über die zensierte Version des jüngsten James-Bond-Films "Skyfall" Luft gemacht.Foto: ap

Peking.  Die chinesische Regierung wird für die Zensur des neusten James-Bond-Film "Skyfall" im eigenen Land kritisiert. Gestrichen wurde beispielsweise eine Szene, in der ein französischer Politiker einen chinesischen Wachmann in einem Wolkenkratzer in Shanghai tötet. Auch viele Dialoge sind zensiert.

Zahlreiche Chinesen haben am Dienstag ihrem Ärger über die zensierte Version des jüngsten James-Bond-Films "Skyfall" Luft gemacht. "Das ist nervig, es ist jedes Mal das gleiche", kritisierte Internetnutzer Niccilee in einem chinesischen Mikroblog. "Wir haben so lange auf diesen Film gewartet, und jetzt ist überall daran herumgeschnitten worden", fügte er hinzu.

50 Jahre James Bond

Während "Skyfall" in den meisten Kinos weltweit im Herbst anlief, verschoben die chinesischen Behörden den Filmstart auf 2013. Am Montag nun erschien die an mehreren Stellen modifizierte Version.

Aussage über Folter durch chinesische Einsatzkräfte wurde gestrichen

Der Zensur zum Opfer fiel beispielsweise die Szene, in der ein französischer Profikiller einen chinesischen Wachmann in einem Wolkenkratzer in Shanghai tötet. "Haben sie Angst vor einem Nachahmungseffekt?", fragte Zuschauerin Leslie Zhuang. Wenn solche Szenen weggeschnitten würden, solle der Film nicht importiert werden.

Von Zensur betroffen sind zudem die Dialoge; die chinesischen Untertitel entsprechen oft nicht dem echten Text. Beseitigt wurde auch eine Anspielung Bonds über Prostitution in Macao sowie ein Bericht des von Javier Bardem gespielten Film-Bösewichts über Folter durch chinesische Einsatzkräfte.

Kritik an Zensur durch staatliche Presse ist kein Tabu mehr

James Bond Skyfall

Die Zensurregeln in China sind undurchsichtig. Wenn ein Film nicht ein besonders schmeichelndes Bild des chinesischen Volkes zeigt, ist es selten, dass dieser die Prüfung durch die mächtige Radio-, Kino- und Fernsehaufsichtsbehörde unbeschadet übersteht. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Dienstag von Forderungen nach Reformen des Systems der Filmkontrolle in China. Der Bericht machte deutlich, dass Kritik an der Zensur inzwischen auch in der staatlichen Presse kein Tabu mehr ist. (afp)

 


Kommentare
22.01.2013
21:20
cui.bono | #2
von schRuessler | #3

"Aber vielleicht gibt es ja zwischen Politiker und Profikiller keinen Unterschied? :-)"

Soviel ich weiß, erledigen Profikiller ihre Arbeit stets sehr zuverlässig und genau im Sinne ihrer Auftraggeber.

Insofern dürften die Gemeinsamkeiten mit Politikern eher begrenzt sein.

22.01.2013
14:36
@ Redaktion
von cui.bono | #2

Auch wenn Sie das jetzt im Test geändert haben, steht im Anreißer immer noch "Politiker"!

Aber villeicht gibt es ja zwischen Politiker und Profikiller keinen Unterschied? :-)

22.01.2013
13:37
War ich im falschen Film?
von cui.bono | #1

Ich kann mich an keine Szene erinnern, in der ein französischer POLITIKER einen chinesischen Wachmann tötet.

Ich kann mich aber an eine Szene erinnern in der ein französischer PROFIKILLER einen chinesichen Wachmann tötet.

Haben Sie da etwas durcheinandergebracht?

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