„C.A.R. 2015“ bringt Medienkunst nach Zollverein in Essen

Sylvia Sonnenschmidt und Thomas Volkmann, die Veranstalter der Contemporary Art Ruhr, auf dem Freigelände vor dem Sanaa-Kubus. Erstmalig wird in diesem Jahr auch Kunst unter freiem Himmel gezeigt.
Sylvia Sonnenschmidt und Thomas Volkmann, die Veranstalter der Contemporary Art Ruhr, auf dem Freigelände vor dem Sanaa-Kubus. Erstmalig wird in diesem Jahr auch Kunst unter freiem Himmel gezeigt.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Medienkunstmesse im Sanaa-Würfel auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein: Künstler zeigen bis Sonntag zeitgenössische Arbeiten aus verschiedenen Bereichen.

Essen.. In dem würfelförmigen Sanaa-Gebäude auf dem Gelände von Zeche Zollverein geht es an diesem Wochenende um zeitgenössische Kunst. Noch bis Sonntagabend läuft dort die Medienkunstmesse der Contemporary Art Ruhr (C.A.R). Auf drei Etagen zeigen Künstler ihre Arbeiten: Fotografie, Video, Installation, Multimedia, Performance- und Klangkunst. Ein Schwerpunkt dabei sind Arbeiten aus Rumänien.

„Wir wollen mit der Messe auch jungen Talenten eine Plattform bieten“, sagen die Veranstalter Silvia Sonnenschmidt und Thomas Volkmann. Daher lege man Wert darauf, sowohl etablierte Künstler als auch Newcomer einzuladen.

Eines dieser jungen Talente ist Lena Skrabs. Die 24-Jährige nutzt das Internet als experimentelles Gebiet und präsentiert das Crowd­funding-Projekt „Free the Moon“, mit dem sie zehn Milliarden Euro einsammeln will, um zum Mond zu fliegen und die amerikanische Flagge abzubauen. Warum? „Damit der Mond wieder den Liebenden gehört“, sagt Skrabs. Ein paar Meter weiter steht die Fotokunst im Mittelpunkt: Mitglieder des Netzwerks „Kreative Klasse“ stellen ihre Arbeiten aus.

Ein Ort für Entdecker

Die erste Etage des Würfels ist ein Ort für Entdecker. Hier kommen Besucher ins Gespräch mit den Ausstellern. Etwa mit dem C.A.R.-Talent Carina Hommel. Die 27-jährige Bochumerin zeigt die „Duldungsmühle“ – ein interaktives „Spiel“, mit dem sie auf den Alltag von Menschen hinweist, die ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Deutschland leben.

Noch ein Stockwerk höher sind Studenten der Folkwang Universität untergebracht. Sie zeigen bei „*inside“ ihre Arbeiten und informieren wie bei einem Tag der offenen Tür über das Studium an der Hochschule. „Die Grundidee ist, dass wir bei den Besuchern Interesse für unsere Studiengänge wecken“, sagt Professor Claudius Lazzeroni. Angesprochen sind daher besonders Schüler und ihre Eltern. Jeweils zur vollen Stunde halten Folkwang-Dozenten Vorträge zum Studium.

Skulpturen auf dem Außengelände

Erstmalig wird auch das Außengelände des Sanaa-Würfels zu einem Teil der Veranstaltung: Künstler zeigen Skulpturen unter freiem Himmel. „Die Idee, Bildhauer einzuladen, hat uns schon lange beschäftigt“, sagt Silvia Sonnenschmidt. „Im kommenden Jahr wollen wir nämlich auch ein Skulpturen-Festival auf Zollverein aufziehen.“

Contemporary Art Ruhr, C.A.R 2015. Bis Sonntag, 31. Mai, jeweils 11 bis 19 Uhr. Eintritt 8 Euro (ermäßigt 6 Euro). Adresse: Sanaa-Gebäude, Gelsenkirchener Straße 209, 45309 Essen. „*inside“-Vortragsprogramm unter www.folkwang-uni.de/inside. Infos: www.contemporaryartruhr.de.