Brittens Cello

Obwohl er doch das gewaltige B des Barocktitanen vor Augen hatte: Benjamin Britten (1913-1976) schrieb Cellosuiten – jene seit Bachs Jahrtausendwurf gefürchtete Sparte. Das Ergebnis sind drei außergewöhnliche, bis heute ungebrochen moderne Kompositionen. Es ist gestenreiche, erzählerische Musik des 20. Jahrhunderts, erfinderisch im Schöpferischen, die Möglichkeiten des Instrumentes aufs Üppigste und Anspruchsvollste erprobend. Ästhetisch lässt Britten (etwa im Marsch der ersten Suite) keinen Zweifel, dass Stolz und Schönheit in unserer Zeit nie mehr ungebrochen regieren werden.

Der junge Franzose Olivier Marron hat dieses auch für den Hörer fordernde Werk eingespielt. Sensibel und wach erkundet er Brittens geheimnisvolle Suiten, die einer Reise durch Sehnsüchte und Ängste gleichen. Eine packende Aufnahme, Neigung vorausgesetzt.

Benjamin Britten: Cello-Suites. Olivier Marron. Ca. 68 Minuten. Erschienen beim Label „Spektral“

(Zu) selten zu hören.