Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Kino

"Breathing Earth" - Susumu Shingu zeigt, wie die Erde atmet

27.12.2012 | 18:04 Uhr
"Breathing Earth" - Susumu Shingu zeigt, wie die Erde atmet
„Breathing Earth“ über den Künstler Susumu ShinguFoto: Piffl Medien

Essen.   Natur und Technik finden in den Wind- und Wasser-Gebilden des japanischen Künstlers Susumu Shingu zu einer faszinierenden Einheit. In Bildern von meditativer Schönheit hat dies nun die Dokumentation „Breathing Earth“ eingefangen, die jetzt in den Kinos angelaufen ist.

Sehr freundlich und aufgeweckt wirkt der alte Herr, verschmitzt blitzen seine Augen. Und wenn er lacht, hellt sich die gesamte Umgebung so sehr auf, dass man beinahe auf die Sonne verzichten könnte. Aber die ist ein höchst wichtiges Werkzeug im Schaffen von Susumu Shingu, ebenso wie Wind und Wasser. Er experimentiert mit den Elementen, lässt ihr Wirken in seine Skulpturen und Installationen einfließen, die mal an verwegene Karussellkonstruktionen, mal an filigrane Mobiles erinnern.

Shingu sucht den Einklang von Mensch und Natur. Seine jüngste Vision ist „Breathing Earth“, die atmende Erde: ein Dorf als Ort der kreativen Begegnung und des Schaffens, organisch gestaltet, ohne Ecken und Winkel, gespeist von Wind- und Sonnenenergie. Das sei aber kein wirtschaftlicher Ort, bekommt Shingu immer wieder zu hören, wenn er auf der Suche nach Sponsoren in Gemeinden in Schottland, Süditalien oder auf einer Halde in Gelsenkirchen vorstellig wird – und stets eine Abfuhr kassiert.

Das Dokumentarische begnügt sich so mit dem Beschaulichen

Kameramann Thomas Riedelsheimer („Rivers and Tides“) hat Shingu auf seiner Weltreise begleitet und urbane und natürliche Impressionen von meditativer Schönheit eingefangen. Seine Bilder erfassen instinktiv den Kern von Shingus Gebilden; ihnen zuzuschauen ist beinahe genug. Des Künstlers Reise und sein letztliches Scheitern hält sich der Film seltsam vom Leib, als ob jeglicher Anflug von Tragik von vornherein ausgeklammert worden sei. Das Dokumentarische begnügt sich so mit dem Beschaulichen.

Uwe Mies

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7428051/create

Fotos und Videos
CSD in Düsseldorf
Video
Video
Star-Auflauf in Cannes
Bildgalerie
66. Filmfestspiele
Der Bauer und die Frauen
Bildgalerie
Neue Liebe
Zelttheaterstadt auf dem Giller
Bildgalerie
Kultur Pur 2013
Aus dem Ressort
Raimund Stecker verlässt das Lehmbruck-Museum
Personalwechsel
Eigentlich sollte Raimund Stecker noch bis Jahresfrist eine "Bewährungsfrist" bekommen - jetzt muss der Chef des Duisburger Lehmbruck-Museums aber doch schon gehen. Das Kuratorium der Museumsstiftung entband Stecker am Dienstag seiner Aufgaben. Die Kunsthistorikerin Söke Dinkla übernimmt.
„Kasimir und Karoline“ spielen auch mit dem Publikum
Theater
Das dürfte ein Abend sein, mit dem auch die jungen Zuschauer etwas anfangen können. Sehr heutig und nah an den Zuschauern (im wahrsten Wortsinn) inszeniert Nurkan Erpulat Horvaths „Kasimir und Karoline“ am Düsseldorfer Schauspielhaus.