"Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü" weckt wenig Valentinstag-Emotionen

Szene aus dem Kinofilm "Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü".
Szene aus dem Kinofilm "Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü".
Foto: Rendezvous Filmverleih
Was wir bereits wissen
Es ist Valentinstag. Und Menschen sitzen in einem Restaurant. Doch es gibt keine Spur von trauter Zweisamkeit. Der Film „Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü“ zeigt einen Reigen der Frustrierten.

Essen.. Es ist ein Film, der mit seinem Titel „Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü“ wie gemacht wirkt, um als Sahnehäubchen den Valentinstag zu krönen. Doch Vorsicht; die Gäste, die in diesem Restaurant eintreffen, wirken eher wie traurige Alltagseinzelgänger, weit entfernt von harmonischer Zweierbindung. Und in der Küche mit ihrem streitbaren Personal muss man stets fürchten, dass der nächste Gang nicht mehr serviert werden kann.

Diese „Brasserie“ ist das Kinodebüt des belgischen Fernsehregisseurs Joel Vanhoebrouk, der hier alles will, nur keinen Schmachtfetzen nach Hollywood-Strickmuster. Vielleicht wirkt deshalb einiges überzogen. Das angebliche Sterne-Restaurant etwa, das so gar keine Atmosphäre ausstrahlt. Die angeblich so hervorragende Küche, in der mit Angelo (Axel Daeseleire) allerdings ein Koch hantiert, dem man das kaum zutraut. Und dann auch noch dieser allein auftauchende Gast Frank (Koen de Bouw), der vor über 20 Jahren Angelos Schwester Pascaline (Sara de Roo) sitzen gelassen hat und sie nun fragt, ob sie mit ihm nach Argentinien gehen würde.

Mit verliebtem Augendauerkontakt bei Seebarsch und Taubenbrust ist es also nicht weit her. Der Autoverkäufer Paul (Filip Peeters) etwa wird von seiner Gattin an diesem Abend der Abende regelrecht zusammengefaltet und wohl bald dem Single-Dasein frönen. Mia (Ruth Becquart) ist von ihrem Freund versetzt worden, frisst nun Pralinen in sich hinein und endet schließlich beim Kurzvergnügen mit dem Kellner auf der Toilette. Dort hält der neurotische Walter (Mathijs Scheepers) immer wieder vor dem Spiegel Zwiegespräche mit seinem Alter Ego, um sich für sein Blind Date zu wappnen.

In der Küche fliegen die Fetzen

Regisseur Vanhoebrouk pendelt zwischen Küche und Speiseraum, ohne dass man der Kamera eine gewisse Beweglichkeit nachsagen könnte. An den Tischen wird brav mit Schuss und Gegenschuss gearbeitet, in der Küche fliegen immerhin die Fetzen. Und keine sympathische Figur, nirgends. Am Ende ist der Reigen der Frustrierten tatsächlich ein Gegenstück zum romantischen Valentinsspuk. Ein nicht ganz geglückter Episodenfilm für Menschen also, die diesen Tag ohnehin nur als weiteren Einfall des Einzelhandels betrachten.