Bonner Ausstellung bebildert die Architektur der 1950er Jahre
05.09.2012 | 14:05 Uhr 2012-09-05T14:05:42+0200Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau: Das Rheinische Landesmuseum in Bonn widmet dem Architekturfotografen Karl Hugo Schmölz, der in den 1950er Jahren den Zustand deutscher Städte mit der Kamera dokumentierte, die erste groß angelegte Ausstellung.
Bonn (dapd). Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau: Das Rheinische Landesmuseum in Bonn widmet dem Architekturfotografen Karl Hugo Schmölz, der in den 1950er Jahren den Zustand deutscher Städte mit der Kamera dokumentierte, die erste groß angelegte Ausstellung. Die rund 65 Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen ab Donnerstag (6. September) Ruinenlandschaften, riesige Hochhäuser und die neue Konsumlust der Deutschen anhand von üppigen Schaufenstern und großzügigen Theatern, wie das Museum am Mittwoch mitteilte.
Von dem Historischen Rathaus in Köln ist im Krieg nur die Front stehen geblieben und in den Cafés der 1950er Jahre dominieren schwere Vorhänge, Polstermöbel und Teppichböden. Nach Angaben des Museums gehörte der in Bayern geborene Schmölz (1917-1986) zu den großen Fotografen seiner Zeit, fand aber nur unter Fachleuten Anerkennung. Die Ausstellung "Wie sich Deutschland neu erfand" ist bis zum 28. Oktober zu sehen.
Besonders beeindruckend sind die großformatigen Aufnahmen, die auf 15 Quadratmetern das zerbombte Köln dokumentieren. In der Gereonskirche klafft ein Loch, am unteren Bildrand stapelt sich ein Trümmerhaufen in die Höhe. In der Besatzungszeit waren solche Fotografien eigentlich verboten. "Er hat Bilder geschaffen, die zu Metaphern der 50er Jahre geworden sind", sagte der stellvertretende Museumsdirektor Lothar Altringer.
Dann der Aufbruch: Auf dem Kölner Messegelände leuchtet in einem gläsernen Pavillon ein neues Auto der Marke Ford. Dahinter ragen die Spitzen des Kölner Doms in den Himmel. In einem Eissalon versammeln sich drahtige Stühle um die runden Tische - das Design ist typisch für jene Zeit. In den Theatern und Kinos reihen sich akkurat auf mehreren Metern klappbare Stühle aneinander.
Menschen sind auf den Bildern von Schmölz, für die er oft mehrere Tage benötigte, nicht zu sehen. Die Motive stammen größtenteils aus Nordrhein-Westfalen, darunter Köln, Düsseldorf und Duisburg.
( http://www.rlmb.lvr.de )
dapd