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Bobby McFerrin - fromme Lieder, netter Abend

07.06.2013 | 18:42 Uhr
Bobby McFerrin - fromme Lieder, netter Abend
Bobby McFerrin auf der Bühne. Hier beim „Day of Song“ am Samstag, 5. Juni 2010. Da sangen rund 65.000 Menschen in der Schalke Arena und bildeten damit den größten mehrstimmigen Chor in der deutschen Musikgeschichte.Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   Dass seine Bandbreite größer ist als die Radio-Hitparade erlaubt, wissen Fans von Bobby McFerrin schon lange. In Dortmunds Konzerthaus zeigte er sich jetzt als Interpret religiösen Liedguts und wurde dafür begeistert vom Publikum gefeiert.

Mit frommen Liedern einen netten Abend bereiten, das geht bei Bobby McFerrin anders als bei den Spiritualchören und Gospeltruppen, die in der Weihnachtszeit unterwegs sind. Er tourt im Sommer, aber vor allem: Er singt die altbekannten Lieder, präsentiert jedoch diese und sich selbst, wie man es nicht gewohnt ist. Im Dortmunder Konzerthaus wurde er dafür begeistert gefeiert.

Das neue Album galt es zu promoten, auf dem McFerrin mit den alten Liedern spielt wie im Titel mit deren Genrebezeichnung („SpiritYouAll“). Wann hat man den Mann, dessen Markenzeichen der Soloauftritt ist, zuletzt mit Band erlebt?! Jetzt kam er mit einem Quintett aus lauter Mehrfachinstrumentalisten, die den Spirituals den Sound von traditionellem Blues und Country, Bluegrass und sonstiger Roots-Musik, aber auch mal ein beschwingtes Latin-Flair verpassten.

Rhythmus auf dem Brustkorb geklopft

Da schaukelte der „Chariot“ zu Schwebeklängen von E-Piano und Pedal-Steel-Gitarre („Swing Low“), wozu McFerrin in höchsten Tönen improvisierte und den Rhythmus auf seinen Brustkorb klopfte. Joshua focht die Schlacht um Jericho zum Beat des Tambourins aus einer Gospelgemeinde, und „Fix Me Jesus“ kam als Chicago-Blues, wobei McFerrins Stimme und Gil Goldsteins Akkordeon sich die Rolle der Bluesharmonika teilten.

CD-Tipp
Bobby McFerrin - Gospelausflug auf hohem Niveau

Mit „Don’t Worry Be Happy“ wurde Bobby Mc Ferrin weltberühmt. Der Vokalartist kehrt jetzt zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und hat eigenwillige Neuinterpretationen von Gospelklassikern aufgenommen. Wie immer: Mundwerk auf hohem Niveau!

Immerhin bemerkenswert, dass neben altbewährten „Good Time Religion“-Songs McFerrins eigene Stücke sich durchaus hören ließen. Sein Song zu Psalm „25.15“, im Stampf-Rhythmus des Downhome-Blues, atmete eine Deltaschwüle, die nicht mal klischeehaft rüberkam. Mit seiner gewinnenden Art, seiner Freude am Singen und einer Band, in der man die Starbesetzung des Albums (etwa Esperanza Spalding) nicht vermisste, machte er jeden Song zu einer Live-Perle. Und als er dann unbegleitet über ein Jazz-Standard improvisierte, Lennon/McCartney’s „Blackbird“ anstimmte und den Saal zum Singen einlud, war er ganz der gewohnte McFerrin.

Berthold Klostermann


Kommentare
08.06.2013
13:59
Bobby McFerrin - fromme Lieder, netter Abend
von netzteil | #2

Ja, nett wars.Nett sind auch die Schlümpfe.
Sehr routiniert zog er sein Konzert durch, es war zu merken, dass es auf ihm unbestimmte Weise nicht wirklich gut ging. im Ganzen blieb er deutlich unter seinen
Möglichkeiten. Kompliment an seine Musiker, fingen diese doch vieles auf..
Ich war leise enttäuscht, kenn ich den Meister doch auch anders.

08.06.2013
07:23
Nie wieder Konzerthaus!
von kikimurks | #1

Ich bin vor einiger Zeit in den "Genuss" gekommen ein Popkonzert im Konzerthaus zu hören. Ich habe nie einen Saal mit schlechterer Akustik erlebt! Die Musik verschwamm zu einem Geräuschbrei. Für mich gilt, dass ich mir das Geld sparen werde. Ich werde keine Konzerte in Konzerthaus mehr besuchen!

1 Antwort
Bobby McFerrin - fromme Lieder, netter Abend
von Ichhaltsnichaus | #1-1

Das Konzerthaus hat eine sehr gute Akustik. Der Soundbrei dürfte an miserablen Technikern gelegen haben.

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