Blutiger Mord nach vergeigtem Elfmeter im Bochum-Krimi

Lucie Flebbe mit ihrem Roman "Tödlicher Kick" im Rewirpowerstadion des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum.
Lucie Flebbe mit ihrem Roman "Tödlicher Kick" im Rewirpowerstadion des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Hochspannung nach dem völlig frei erfundenen Entscheidungsspiel zwischen Bochum und Schalke: Lucie Flebbe schickt ihre Ermittlerin Lila Ziegler ins Stadion, zum Bermuda-Dreieck und ins Bordell-Milieu. Herausgekommen ist ein ruppiger, spannender und psychologisch präziser Bochum-Krimi.

Essen.. Bochum hat zwar weniger Brücken als Venedig bei Donna-Wetter, ist aber spannender. Zumindest, wenn Lucie Flebbe ihre blonde Privatdetektivin Lila Ziegler auf die Straße schickt. Wobei es diesmal im VfL-Stadion losgeht, wo der junge, hoffnungsvolle Stürmer Oran Mongabadhi den entscheidenden Elfmeter gegen Schalke vergeigt. Einige Stunden später wird er mit zerschossenem Hinterkopf aufgefunden.

Wütende Fans? Seine Freundin „Curly“ aus dem Edel-Bordell? Seine Ex? Ein Rivale aus der Mannschaft?

Lucie Flebbe legt eine Vielzahl von plausiblen Motiv-Fährten aus, aber das passiert wie nebenbei. Der Kern ist Lila Zieglers eigenwillige Lieb- und Freundschaft mit ihrem Ermittlerkollegen Ben Danner, der eigentlich etwas zu alt für die gerade der Zahnspange entkommene Lila ist. Die ist allerdings auch schon eine Veteranin der Rebellion mit unschönen Narben auf der Seele.

So ist „Tödlicher Kick“ denn auch kein Fußballroman. Stadion, Trainingsplatz und Fan-Kneipe sind nur die authentisch geschilderten Kulissen des Falls, ähnlich wie das Bordell, das Polizeipräsidium und das Krankenhaus, das von Danner wissen will, ob es die Herz-Lungen-Maschine für seinen Vater abstellen kann.

Die beiden Buddy-Ermittler Lila und Ben müssen sich darin mit allerlei überraschenden Wendungen, empfindlichen Zuhältern und limitierten Polizisten herumschlagen. Und das so lange, bis am Ende noch ein Bonus-Showdown dabei herumkommt. Zuweilen etwas ruppig erzählt, aber immer mit gutem Zug zum Tor. Und entscheidend ist auf’m Platz, nicht auf der Brücke.