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Besuch aus der Zukunft

29.09.2012 | 10:07 Uhr
Foto: /The Canadian Press/Aaron Vincent

Für alle, die bereits bis ins Jahr 2070 planen: auf Frankreich als Wahlheimat sollte man wohl besser nicht setzen und stattdessen auf China ausweichen. Dieser Tipp kommt übrigens von Jeff Daniels beziehungsweise von seiner Filmfigur Abe, einem skrupellosen Gangsterboss, und der muss es eigentlich wissen. Denn Abe ist ein Zeitreisender, ein sogenannter Looper.

Berlin (dapd). Für alle, die bereits bis ins Jahr 2070 planen: auf Frankreich als Wahlheimat sollte man wohl besser nicht setzen und stattdessen auf China ausweichen. Dieser Tipp kommt übrigens von Jeff Daniels beziehungsweise von seiner Filmfigur Abe, einem skrupellosen Gangsterboss, und der muss es eigentlich wissen. Denn Abe ist ein Zeitreisender, ein sogenannter Looper.

Im Jahr 2070 ist das Hin- und Her-Jetten zwischen Gegenwart und Vergangenheit zwar strengstens verboten, Verbrechersyndikate lassen sich davon allerdings nicht abhalten. Sie nutzen diesen Weg, um sich recht bequem missliebiger Menschen zu entledigen: In der Gegenwart des Jahres 2044 werden die Opfer von den Loopern mit einem gezielten Kopfschuss in Empfang genommen und damit wird deren Existenz in der Zukunft automatisch spurenfrei ausgelöscht.

Rian Johnson gelingt es in dem Zeitreise-Thriller "Looper" sein recht schlüssiges Gedankenspiel trotzt aller Komplexität schnell und einfach verständlich zu machen. Die Welt in der Mitte dieses Jahrhunderts, wie Johnson sie zeichnet, ist alles andere als ein futuristisches High-Tech-Universum. Die Fahrzeuge sind zwar ein bisschen schnittiger geworden, die Mode setzt hingegen weiterhin auf Retro-Elemente und die Verwahrlosung der Städte wie auch die Gewalt auf den Straßen haben bedrohliche Ausmaße angenommen.

Zwei Versionen des Selbst

Wer es sich wie Looper Joe (Joseph Gordon-Levitt) leisten kann, fährt einen schnittigen Sportwagen, vergnügt sich mit Edelprostituierten und tröpfelt sich Designerdrogen auf die Netzhaut. Bis Joe eines Tages einen Mann beseitigen soll, bei dem es sich um niemand anderen als sein eigenes Selbst aus der Zukunft handelt. Nun werden die beiden Versionen von Joe gleichermaßen zu Feinden und Komplizen. Denn beide sind nun Gejagte des Syndikats und der gealterte Joe hat sich zudem vorgenommen, die Zukunft zu verändern. Er möchte einen übermächtigen Gangsterboss vernichten, indem er ihn in der Vergangenheit des Jahres 2044 tötet. Da ist der künftige Bösewicht noch ein kleiner Junge und lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Sara (Emily Blunt) auf einer Farm.

Es bedarf freilich schon einiger Fantasie, um sich Bruce Willis als gealterte Version eines Joseph Gordon-Levitt vorzustellen. Und dass Bruce Willis sich zeitweilig unnötigerweise wie ein entsprungener "Expendables"-Actionheld aufführen muss, irritiert, ist zum Glück aber auch schell wieder vergessen. Denn mit der Konfrontation auf Saras Rohrzuckerplantage fährt Rian Johnson nicht nur das Tempo herunter, sondern führt die verschiedenen Handlungsstränge zu einem packenden Finale zusammen.

("Looper", Science-Fiction-Thriller, USA 2012, 118 Minuten, FSK: 12, Verleih: Concorde Filmverleih, Regie: Rian Johnson; Mit: Joseph Gordon-Levitt, Bruce Willis, Emily Blunt, Jeff Daniels, Paul Dano, Piper Perabo u.a.)

Kinostart: 3. Oktober 2012

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