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Berliner Ausstellung zeigt Schinkel als Universalgenie

05.09.2012 | 21:46 Uhr
Foto: /dapd/Steffi Loos

Eine umfassende Ausstellung zeigt den Künstler Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) ab Freitag (7. September) im Berliner Kulturforum als Universalgenie.

Berlin (dapd). Eine umfassende Ausstellung zeigt den Künstler Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) ab Freitag (7. September) im Berliner Kulturforum als Universalgenie. Es handele sich um die erste gesamtdeutsche Ausstellung mit Werken Schinkels, sagte am Mittwoch der Kurator und Direktor des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), Heinrich Schulze Altcappenberg. Erstmals könne das Werk Schinkels in dieser Vielfalt gezeigt werden, weil es nach dem Mauerfall wieder zusammengeführt worden sei. Vor der Wiedervereinigung seien die Gemälde des Künstlers im Westteil der Stadt und die Zeichnungen und Druckgrafiken im Ostteil gewesen. Die letzte große Schinkel-Schau habe es vor drei Jahrzehnten zu dessen 200. Geburtstag gegeben.

Unter dem Titel "Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie" werden bis zum 6. Januar 2013 rund 300 Exponate des Architekten, Malers, Zeichners, Bühnenbildners und Designers präsentiert.

Schinkel-Nachlass ab Mitte November im Internet

Die Ausstellung bilde "den krönenden Abschluss" eines umfangreichen Forschungsprojektes unter dem Motto "Das Erbe Schinkels", sagte SMB-Generaldirektor Michael Eissenhauer. Ziel des seit 2009 vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes sei die konservatorische Aufarbeitung, Digitalisierung und wissenschaftliche Katalogisierung des 5.500 Werke umfassenden Schinkel-Nachlasses im Berliner Kupferstichkabinett gewesen. Im November soll der gesamte Bestand als Onlinekatalog ins Internet gestellt werden.

Ein Höhepunkt der in neun Bereiche unterteilten Exposition im Kulturforum sind die Bildnisse von Schinkels Kindern, die sonst im amerikanischen Saint Louis Art Museum zu sehen sind. Sie entstanden in den Jahren 1816 und 1817. Den Erkenntnissen zufolge handelte es sich um ein großes Bild, das jedoch nie fertig geworden war, wie Schulze Altcappenberg erläuterte. Es soll dann noch von der Familie Schinkel in die drei Porträts zerschnitten worden sein, die nun in ovalen Rahmen im ersten Raum der Berliner Schinkel-Ausstellung hängen. Das vierte von Schinkels Kindern war damals noch nicht geboren.

Schinkel gab auch detaillierte Innendekorationen vor

Die Schau zeigt das gesamte Spektrum von Schinkels vielfältigem Schaffen. So können neben 14 Gemälden auch die Entwürfe und Studien zu Bauten, Bühnendekorationen und Möbeln Schinkels bewundert werden. Was aus den Entwürfen geworden ist, dokumentieren zahlreiche Exponate. So werden Stühle nach den Ideen des Meisters aus dem Kunstgewerbemuseum gezeigt. Darunter ist auch ein gusseiserner Gartenstuhl, der heute noch hergestellt wird. Dieses Modell können die Besucher in einem eigens für die Schau eingerichteten Schinkel-Shop als Souvenir erwerben.

Auch gab Schinkel in seinen Zeichnungen die detaillierte Innendekoration von Gebäuden vor - samt Tapeten und Regal-Gestaltung - beispielsweise für eine Marzipanhandlung im damaligen Königsberg. Dabei von Schinkel verwendete Ornamente wurden beispielsweise auf Schals gedruckt, wie Shop-Betreiber Jörg Klambt sagte. Ebenso können die Ausstellungsbesucher ein Ornament, das Schinkel für die Bauakademie verwendete, auf einem Porzellan-Becher mit nach Hause nehmen.

Der 1781 in Neuruppin geborene Schinkel gilt als einer der einflussreichsten und bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts. Seine Bauwerke wie das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, die Neue Wache unter den Linden oder das Alte Museum - wovon ein großes Modell in der Schau zu sehen ist - prägen noch heute das Stadtbild Berlins, wo er 1841 starb. Gleichermaßen aber machte er sich als Innenarchitekt, Maler und Bühnenbildner einen Namen.

Ab 1. Februar 2013 ist die Schau in München in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zu sehen.

dapd

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