Berlinale zeigt kritischen Film aus dem Iran

Berlin..  Bei der 65. Berlinale ist am Freitag der mit Spannung erwartete heimlich gedrehte neue Film des regimekritischen Iraners Jafar Panahi („Offside“) gezeigt worden. In einer ersten Pressevorführung wurde er mit Applaus aufgenommen. In „Taxi“ spielt Panahi einen Taxifahrer, der verschiedene Fahrgäste durch Teheran chauffiert. Die Gespräche des Regisseurs mit den Passagieren werden von einer auf dem Armaturenbrett des Autos befestigten Kamera aufgezeichnet. Die Frauen, Männer und Kinder sprechen sehr offen mit dem Taxifahrer über ihre Probleme und ihr Leben im Iran. Es geht um Kriminalität, die Todesstrafe, Zensur und Selbstzensur, aber auch um Alltäglichkeiten. Ob die Fahrgäste reale Personen oder Schauspieler sind, bleibt offen.

Der Regisseur Jafar Panahi war wegen seiner Kritik an der iranischen Regierung im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt worden - das Urteil wurde jedoch nicht vollständig vollstreckt. „Ich bin Filmemacher. Ich kann nichts anderes als Filme machen“, heißt es in einer Erklärung Panahis im Berlinale-Programm.