Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Kino

Berlinale beginnt mit "The Grandmaster" von Wong Kar Wai

08.02.2013 | 06:53 Uhr
Berlinale beginnt mit "The Grandmaster" von Wong Kar Wai
-

Berlin.  Mit dem chinesischen Kung-Fu-Film "The Grandmaster" (Der Großmeister) sind am Donnerstagabend die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet worden. Das Publikum im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz nahm den Film von Regisseur Wong Kar Wai mit freundlichem Applaus auf. Jetzt beginnt das Rennen um die Bären.

Bei der 63. Berlinale beginnt heute (Freitag) das Rennen um die Bären. Der Österreicher Ulrich Seidl schließt in "Paradies: Hoffnung" seine Trilogie ab. Es geht um ein übergewichtiges Mädchen in einem Diät-Camp, das sich in einen 40 Jahre älteren Arzt verliebt. Hollywoodstar Matt Damon spielt in dem Öko-Drama "Promised Land" von Gus Van Sant mit. Der US-Regisseur thematisiert darin die Förderung von Erdgas durch das sogenannte Fracking.

Aus Polen kommt "In the Name of" von Malgoska Szumowska, ein Drama um einen schwulen Priester. Bis zum 17. Februar zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin mehr als 400 Produktionen aus aller Welt. Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren 19 Filme.

Durchwachsene Reaktionen auf den Eröffnungsfilm

Eröffnet wurde das Festival am Donnerstagabend außer Konkurrenz mit dem chinesischen Kung-Fu-Epos "The Grandmaster" (Der Großmeister). Beim Publikum im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz löste der Film von Regisseur und Jurypräsident Wong Kar Wai ein geteiltes Echo aus.

"Nicht schlecht", fand ihn Schauspieler Burghart Klaußner. Wong sei ein "großer Impressionist". Manche Gäste lobten die Darsteller und die Bildergewalt, andere fühlten sich wenig berührt oder bemängelten zu viel Musik. Wong ließ sich für sein Filmkunstwerk von der Lebensgeschichte des legendären Kampfmeisters IP Man inspirieren, des Mentors von Bruce Lee.

Zum Festivalauftakt gab es Schneeflocken, viel Blitzlicht, Abendroben und prominente Namen auf dem roten Teppich. Unter den 1600 Gästen: Jane Fonda, Isabella Rossellini, Nina Hoss, Mario Adorf, Senta Berger, Jürgen Vogel, Iris Berben, Hannelore Elsner, Heike Makatsch und Jessica Schwarz. Auch Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus und die Regisseure Wim Wenders, Dani Levy, Tom Tykwer und Jury-Mitglied Andreas Dresen waren dabei.

Anke Engelke als Moderatorin

Wieder hat das Festival eine politische Note. Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte, er freue sich, dass der Berlinale-Wettbewerb den neuen Film des in seiner Heimat verfolgten iranischen Regisseurs Jafar Panahi zeigt. "Vielleicht kann er ihn sogar persönlich präsentieren", sagte Neumann. Er rief die iranische Regierung dazu auf, Panahi zur Weltpremiere seines Films "Geschlossener Vorhang" ("Pardé") nach Berlin reisen zu lassen.

Moderiert wurde die Gala, bei der die Jury vorgestellt wurde, von Festivaldirektor Dieter Kosslick und Comedystar Anke Engelke. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit stärkte Kosslick den Rücken: Der Berlinale-Chef mache einen "verdammt guten Job". Ulrich Tukur spielte auf der Bühne mit seiner Band. Anschließend stieg eine große Party. Auf der Speisekarte standen ein "regionaler Gemüseacker", Winterkabeljau, Sellerieravioli und Lausitzer Forellenfilet.



Kommentare
Aus dem Ressort
Finanzdebakel um Nürburgring wird zum Theaterstück
Nürburgring
Das Nürburgring-Debakel als Bühnenstück? Kein Problem, dachte sich eine Mainzer Theatergruppe. Und rief das Großprojekt "Nürburger Flughafenphilharmonie" ins Leben. Ähnlich verworren wie in der Eifel geht es auf der Bühne zu. Für das Publikum eine Herausforderung.
Grass schlägt Zwangseinquartierung von Flüchtlingen vor
Schriftsteller
Diese Idee hat es in sich. Literator-Nobelpreisträger Günter Grass kann sich vorstellen, dass Flüchtlinge bei Deutschen zwangseinquartiert werden. Falls ein Mangel an Unterkünften bestehe, sei das eine Option. So hätte man nach dem Zweiten Weltkrieg auch Flüchtlingen aus Ostpreußen geholfen.
Schrott aus Goebbels-Geburtshaus in Warschau
Kunstaktion
Trümmer, die für die Banalität des Bösen stehen. Der Künstler Gregor Schneider hat Schrott aus dem Geburtshaus von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels nach Warschau gebracht. Das ist eine gewagte Kunstaktion in einem Land, das besonders unter dem Nazi-Terror gelitten hat.
Subversive Komödie mit Jennifer Aniston und Christoph Waltz
Komödie
Im ersten Teil dieser Komödie wollten die drei Freunde Kurt (Jason Sudeikis), Dale (Charlie Day) und Nick (Jason Bateman) ihren fiesen Chef beiseiteschaffen. In „Kill the Boss 2“ will das Trio nun eine eigene Firma gründen. – Mit dabei sind auch Jennifer Aniston, Christoph Waltz und Kevin Spacey.
16-jähriger Duisburger Facebook-Star macht auf Justin Bieber
Facebook
Durch Facebook ist Eren Bektas, ein 16-jähriger Duisburger, zu einer kleinen Berühmtheit geworden. Der Schüler des Landfermann-Gymnasiums singt bekannte Lieder nach, stellt Videos davon ins Internet und zählt mittlerweile mehr "Likes" als der MSV Duisburg. Anfangs wollte er nur Mädchen beeindrucken.
Umfrage
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Sonntagsarbeit engere Grenzen gesetzt. Wie finden Sie das?
 
Fotos und Videos