"Ben Hur Live" in Dortmund
14.05.2009 | 12:34 Uhr 2009-05-14T12:34:00+0200Dortmund/Düsseldorf. Schon als kleiner Junge fiebert er mit ihnen und ihren Heldentaten mit. Spartacus, Quo Vadis, Herkules - all diese Männer ziehen Sebastian Thrun in ihren Bann. Der Hagener spielt zwischen Rache und Vergebung die Hauptrolle in der Show „Ben Hur Live”.
„Mein Vater hat mir oft Geschichten von ihnen erzählt. Viele der Sandalenfilme habe ich aber heimlich hinter dem Rücken meiner Eltern geschaut.” Nun darf der Hagener selbst in solch eine Heldenrolle schlüpfen. In der Show „Ben Hur Live” spielt er Judah Ben Hur.
„Der Held, der sich für das Gute rächt - dieses Epos fasziniert mich, und Ben Hur ist das Mutterschiff der Sandalenfilme”, sagt Sebastian Thrun. Für die Hauptrolle des Ben Hur liest der 30-Jährige zurzeit Bücher über das Römische Reich und lernt in der Volmestadt das Reiten. „Bei dem Wagenrennen werde ich gedoubelt, aber bei den anderen Szenen muss ich auf dem Pferderücken eine gute Figur abgeben. Zur Übung reite ich durch die Hagener Prärie.” 400 Darsteller und 100 Tiere - von Greifvögeln bis hin zu Pferden - sind an der Produktion der Show, die in London ihre Premiere feiern, und anschließend im ISS Dome in Düsseldorf (7./8. Oktober) und in den Dortmunder Westfalenhallen (11./12. Oktober) aufgeführt wird, beteiligt.
„Mutterschiff der Sandalenfilme”
Vor solch einer Kulisse gehe das kleine Mienenspiel unter. „In den Hallen muss mit ganzem Körper gespielt werden, nicht nur mit dem Gesicht. Da ist das große Gestenspiel gefragt.” In Gewand und Sandalen wird Thrun in den ersten Szenen den Ben Hur (der in dem mit elf Oscars ausgezeichneten Film von Charlton Heston gespielt wurde) verkörpern. Erst zu den Wagenrennen legt er den Brustpanzer an. „Ben Hur ist nachdem er zu Unrecht auf die Galeere muss, hin- und hergerissen zwischen Rache und Vergebung. Das macht die Rolle interessant.” Dabei dachte Thrun nach dem Casting für die Show zuerst, er würde die Rolle des Bösen - des Messalla - besetzen, was auch seinen Reiz habe. „Als Bösewicht ist es schwieriger, das Publikum zu begeistern. Der Gute hat einen Bonus, der Böse muss ihn sich erkämpfen.”
„Seit ich dort das erste Mal auf der Bühne stand, weiß ich: das ist mein Beruf.” Sebastian Thrun
Im Juni beginnen die Proben. Thrun weiß schon jetzt, was seine Lieblingsszene wird - die Seeschlacht. „Wenn Ben Hur von den Galeeren losgekettet wird, das Schiff sinkt und er den Befehlshaber Quintus Arrius rettet. In der Show werden verkleidete Quads die Schiffe darstellen und es wird, was mich als Box-Fan freut, Kampfszenen geben.”
Knochenharte Job
Als knochenhart beschreibt Thrun den Weg, der ihn bis auf die Bretter, die die Welt bedeuten, brachte. „Seit dem 15. Lebensjahr habe ich Nebenjobs gemacht.” Nach dem Fachabitur in Sozialpädagogik absolviert Thrun eine Lehre zum Industriemechaniker bis er sich für den Studiengang Umwelttechnik einschreibt. „Meine Oma hörte, dass am Schauspielhaus Bochum Statisten gesucht werden. Seit ich dort das erste Mal auf der Bühne stand, weiß ich: Das ist mein Beruf.”
Ein Jahr spricht Thrun bei Schauspielschulen vor - ohne Erfolg. „'Lassen sie es, da ist nichts zu sehen', sagte eine Frau.” Jetzt erst recht, dachte Thrun. Er nahm Schauspielunterricht bei Lehrern in Berlin und Dortmund, bekam Rollen an Theatern. Zuletzt spielte er am Prinz Regent Theater Bochum den Marquis von Posa in „Don Carlos”. „Meine Oma hat mir damals mit der Schauspielerei genau den richtigen Tipp gegeben.”
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Wie machen die das mit dem Tal der Aussätzigen? Das lässt das Gesundheitsamt doch nie im Leben durchgehen!