Beicht-Thriller

Mit der Beicht-Hotline, einer Art Telefonseelsorge, die absolute Verschwiegenheit garantiert, hat eine Berliner WG eine Marktlücke gefunden. Das Geschäft boomt – bis eine Anruferin ankündigt, sie werde ein Neugeborenes lebendig begraben. Was wie ein makabrer Scherz klingt, wird schnell zur realen Bedrohung. Die Frau führt offensichtlich einen Rachefeldzug, in den sie das Team der Hotline verstrickt.

Wechselnde Erzählperspektiven decken in Jutta Maria Herrmanns Thrillerdebüt „Hotline“ nach und nach die Verbindungen zwischen den Hauptpersonen auf. Es geht um Schuld und Sühne und um maßlose Liebe, die in eben so maßlosen, zerstörerischen Hass umschlägt. Die Geschichte gipfelt in einem wilden Gemetzel, das aber psychologisch nachvollziehbar bleibt. Aufgesetzt wirkt dagegen der Schluss, eine Mischung aus Happy End und düsterer Zukunftsprognose.

Jutta Maria Herrmann: Hotline. Knaur, 331 Seiten, 9,99 €

Durchaus fesselnd