Bei Helge Schneider ist noch Suppe da
20.12.2009 | 12:37 Uhr 2009-12-20T12:37:00+0100
Essen. Interviews mit Helge Schneider sind so unvorhersehbar wie die Bühnenshows des „popowackelnden Kakadus”. Wir trafen den 54-Jährigen in Mülheim, sprachen mit ihm über vieles – nur nicht übers neue Programm „Komm, hier haste ne Mark”, mit dem Schneider im kommenden Jahr auf Tournee ist.
Helge, wir müssen über dein neues Programm sprechen...
Schneider: Von mir aus.
Keine Lust? Dann sprechen wir über den Preis, den du unlängst bekommen hast.
Schneider: Der Göttinger Elch! Der Preis besteht aus 99 Dosen Elchsuppe. Aber ich muss sagen, die Suppe... Ich bin immer guten Willens, aber die ist total versalzen! Meine Hunde haben sich schon das Maul geschleckt, aber die kriegen da nichts von. Ich verteile die Dosen lieber unter den Reichen.
Sind dir Preise wichtig? Gehst du im Geiste durch, was du schon alles gewonnen hast?
Schneider: (lacht) Manchmal mache ich das. Ich habe eine ganze Horde Preise, aber wo soll ich die alle hinstellen? Ins Studio? Man sieht das ja in so TV-Sendungen, wenn Künstler da sitzen und hinten hängen 40 Goldene Schallplatten. Oder Pokale. Wie bei Siegfried & Roy. Hm, vielleicht könnte ich ja mal irgendwann so eine Aufnahme von mir machen.
Auf der Bühne improvisierst du viel – es geht auch mal was daneben. Nimmst du das bewusst in Kauf?
Schneider: Ja, ich übergehe einfach die Grenze des ästhetisch Zusammengehörenden.
Das musst du erklären...
„Wullewupp Kartoffelsupp”:
18.-21.12. Mülheim (Stadthalle).
„Komm, hier haste ne Mark”:
21.1. Castrop-Rauxel (Europahalle)
22.1. Neuss (Stadthalle)
26.1. Gelsenkirchen (Musiktheater im Revier)
27.1. Hagen (Stadthalle)
29.1. Duisburg (Mercatorhalle)
31.1. Düsseldorf (Tonhalle, Karten: 0211/8996123)
11.2. Essen (Philharmonie, Karten: 0201/8122200).
Falls nicht anders angegeben, gibt es die Karten im TICKET-SHOP: 01805/280123, www.DerWesten.de/tickets.
Schneider: Du hättest mal meinen Auftritt bei der Preisverleihung sehen sollen: Wenn ich dachte, jetzt wird's langweilig, habe ich urplötzlich mitten im Lied abgebrochen, irgendwas erzählt oder Jazz gespielt. Das ist ja auch im täglichen Leben so, da gibt es auch keine fließenden Übergänge. Sondern – Zack! – da kommt ein Anruf: Jemand ist gestorben. Das habe ich mir abgeguckt.
Ein durchkonzipiertes Programm wäre nichts für dich?
Schneider: Undenkbar! Ich könnte beispielsweise nicht einen Text von U2 zugeschickt bekommen, da hinfahren wo die spielen, und auf der Bühne ernsthaft den Lovesong, den Bono geschrieben hat, bis zu Ende mitsingen. Das wäre mir zu doof. Ich möchte mich viel lieber selber überraschen.
Und deshalb ist jeder deiner Auftritte einzigartig?
Schneider: Genau. Auf langen Touren ändert sich bei mir im Laufe der Zeit sowieso alles, da brauche ich auch nicht immer ein neues Programm machen.
Könntest du überhaupt ohne die Bühne leben?
Schneider: Nee, ich war jetzt einen Monat lang im Urlaub. Da habe ich gedacht: Aaaah, wir fahren... endlich wieder nach Hause, zur Arbeit!
Und wie sieht es mit deinen Film-Ambitionen aus?
Schneider: Vielleicht drehe ich im Sommer wieder einen.
Man munkelt, du wolltest „Tarzan” neu verfilmen...
Schneider: Nee, das habe ich schon wieder vergessen. Ist was anderes. Aber darüber möchte ich nicht sprechen.
Wenigstens eine Andeutung?
Schneider: Keine! (lacht)
11:49
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23:39
Ja, der Helge . . .
Der Durchbruch des Konzepts als konzept . . .
Hut ab!