Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Pop

Beach Boys reimen immer noch „Fun“ auf „Sun“

31.05.2012 | 19:26 Uhr

Essen.   „That’s Why God Made the Radio“: Das neue Album der wiedervereinigten Surf Band ist da. Keine religiösen Erfahrungen – der Soundtrack zur Jubiläumstour im 50. Jahr nach der Bandgründung badet doch sehr in der alten Herrlichkeit, jener Zeiten, als die alten Herren noch junge Jungs waren.

Nein, eine „fast religiöse Erfahrung“, wie es die Ankündigung der Plattenfirma nahelegt, macht man sicher nicht, wenn man sich das neue Album der Beach Boys anhört. Aber ein kleiner Traum geht durch dieses „That’s Why God Made the Radio“ (Capitol/EMI) betitelte Werk vielleicht doch in Erfüllung. Denn eigentlich hätte man es nie für möglich gehalten, dass die alten Kontrahenten Brian Wilson und Mike Love nach über 20 Jahren noch einmal gemeinsam ein Aufnahmestudio betreten würden.

Die letzte Zuckung der Beach Boys, das waren 1996 mit „Stars & Stripes, Vol. 1“ uninteressante Country-Adaptionen alter Erfolgstitel, bei denen die Beach Boys nur den Background liefern durften. Nun liegen sich alle wieder in den Armen, was man den Songs auch anhört. „Was die Vergangenheit angeht, liegt jetzt alles hinter uns“, heißt es in „Spring Vacation“. „Wir sind wieder zusammen, Halleluja!“

Wenn man die Nostalgie mal ausklammert, dann klingt das neue Album musikalisch reich an Selbstzitaten. Es sind die alten Harmonien, gepaart mit Vokabeln wie Moonlight, Waves und Surf, Sun reimt sich immer noch auf Fun. Allein Brian Wilson reißt manchmal aus, erzählt etwa in „The Private Life of Bill and Sue“ vom traurigen Schicksal eines Paares im Reality-TV-Zirkus. Seien wir ehrlich: Solch Revolutionäres wie „Pet Sounds“ oder „Smile“ hat man vom alten Brian heute nicht mehr erwartet. Aber dass man derart in alter Herrlichkeit badet, ist doch ein wenig schade.

Arnold Hohmann



Kommentare
23.08.2012
19:14
Beach Boys reimen immer noch „Fun“ auf „Sun“
von monckmann | #1

Was für eine überflüssige Rezension. Warum gehen Sie nicht mal auf die einzelnen Lieder ein? Warum schreiben Sie nichts über den tollen Abschluss des Albums, der wahrlich nichts mit "Fun" und "Sun" zu tun hat?
Warum erwähnen Sie nicht die komplexen Harmonien, die Brian Wilson immer noch in der Lage ist zu kreieren? Und wenn Sie schon Vergleiche anstellen, warum dann nicht mit dem letzten Studioalbum der Beach Boys "Summer in Paradise", welchem man die fehlende Genialität eines Brian Wilson anhört? "Thats Why God Made The Radio" ist das beste Album der Boys seit Jahrzehnten. Vielleicht sogar seit "Holland". Mal darüber nachgedacht?

Aus dem Ressort
Ein Hexer am Pult: Yannick Nézet-Séguin
Klassik
Zwei umjubelte Konzerte des London Philharmonic Orchestra in Dortmund und Essen. Yannick Nézet-Séguin dirigierte in der Spitzenklasse, etwa klanglich extrem raffiniert ausgetüftelte „Unvollendete“ oder die schwindelerregenden Dynamik-Schübe von Richard Strauss’ „Don Juan“. Die Musiker verneigten...
Vier Frauen und die Welt der guten Revier-Literatur
Literatur
Preisverleihung beim Regionalverband Ruhr in der Essener Zentrale. Marianne Brentzel aus Dortmund erhielt den Hauptpreis, die Berlinerin Merle Wolke, die Bochumerin Sarah Meyer-Dietrich und die gebürtige Essenerin Frauke Angel die mit 2555 Euro dotierten Förderpreise zum Literaturpreis Ruhr.
Die böseböse Welt der Literatur
Buch
Mit Robert Galbraiths zweiter Streich „Der Seidenspinner“ erfüllt J.K. Rowling die hoch gesteckten Erwartungen. Der einbeinige Ex-Militärpolizist Cormoran Strike ist auf dem besten Weg, einen Platz unter den großen „Private Eyes“ der Krimigeschichte zu erobern.
Festival für elektronische Musik feiert Brian Eno
Musik
New Wave, Hip-Hop, Techno oder House: Elektronische Musik ist aus Clubs nicht mehr wegzudenken und hat Bands wie Kraftwerk und Depeche Mode oder Künstlern wie David Guetta zu Weltruhm verholfen.
Filme reizen Armin Mueller-Stahl derzeit nicht
Schauspieler
Armin Mueller-Stahl (83) macht weiter Pause vom Schauspielberuf. "Im Moment lodert das Innere, das Feuer nicht", sagte er am Samstag der Nachrichtenagentur dpa in Dresden.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos