Autoren kritisieren Amazon

Berlin..  Die Idee von Amazon, bei seinen Bücher-Flatrates die Vergütung der Urheber von der Zahl gelesener Seiten abhängig zu machen, ist auf Kritik bei Autoren in Deutschland gestoßen. „Dies ist ein kontrollierender Eingriff in den intimen Dialog des Lesers mit dem Buch und das damit verbundene Verhältnis zum Autor“, erklärte die Vorsitzende des Schriftstellerverbandes in der Gewerkschaft Verdi, Eva Leipprand.

Amazon stellte zum Monatsanfang das Verfahren für Tantiemen-Zahlungen im Abo-Angebot Kindle Unlimited und der Kindle-Leihbücherei um. Die Vergütung orientiert sich nicht mehr an der Zahl der Ausleihen eines Titels, sondern daran, wie viele Seiten dabei tatsächlich gelesen wurden. Autoren hätten um diese Änderung gebeten, erklärt der Konzern. Doch dieses System bedeute bei einer weiteren Verbreitung „eine Katastrophe für die Literaturlandschaft“, hieß es. Autoren könnten sich dadurch genötigt sehen, die Leser „kontinuierlich im „Cliffhängerstil“ von einer Seite zur nächsten zu treiben“.