Autor Louis Begley schreibt mit 81 seinen ersten Krimi

Der US-amerikanische Schriftsteller Louis Begley hat erst mit 58 sein erstes Buch geschrieben.
Der US-amerikanische Schriftsteller Louis Begley hat erst mit 58 sein erstes Buch geschrieben.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Er war schon immer spät dran: Autor Louis Begley präsentiert mit 81 seinen ersten Krimi. „Zeig dich, Mörder“ spielt im Milieu wohlsituierter Anwälte an der Ostküste der USA.

Essen.. Auf die Frage, was ihm die Energie fürs Schreiben gebe, antwortet Louis Begley mit schelmischem Lächeln: „Joghurt und Vitamintabletten!“ Im Oktober ist er 81 Jahre alt geworden, und trotzdem erscheint schon wieder ein neues Buch. „Zeig dich, Mörder“ heißt es, und der Amerikaner gibt damit sein Debüt als Krimiautor. Aber spät dran war dieser Mann, der nach einer erfolgreichen Anwaltskarriere in einer renommierten New Yorker Kanzlei erst 1991 mit „Lügen in Zeiten des Krieges“ die literarische Bühne betrat, ja immer schon.

Im Milieu der wohlsituierten Anwälte an der Ostküste spielt auch sein neuer Roman. Aus Patriotismus hat sich der junge Jack Dana freiwillig zu den Marines gemeldet, im Irak und in Afghanistan gekämpft, bevor ihn ein Streifschuss eines Taliban-Heckenschützen an der Hüfte verletzte. Mittlerweile sieht er die Kampfeinsätze kritisch und hat sich mit Büchern, in denen er den Krieg erklärt, eine neue Existenz als Autor aufgebaut.

Literatur Als er eines Tages von einer Reise nach Patagonien zurückkehrt, hat sich sein Onkel Harry erhängt. Jack mag an einen Selbstmord des Anwaltes nicht glauben. Es kann auch kein Zufall sein, dass Harrys Sekretärin vor eine U-Bahn gestoßen wurde. Jack beginnt auf eigene Hand nachzuforschen und erfährt, dass dem Onkel von der Kanzlei wegen einer „fortschreitenden Demenz“ der Vorruhestand nahegelegt worden sei. Der wichtigste Klient, den Harry betreute, ein reicher Unternehmer aus Texas, Chef mehrerer obskurer Firmen, habe in der Kanzlei darauf gedrungen.

Spannung bis zum blutigen Showdown

Ist der Anwalt finsteren Machenschaften auf die Spur gekommen und musste dafür büßen? Das würde auch eine Aufnahme auf dem Handy des Toten belegen, die ganz eindeutig auf einen Mord schließen lässt. Schritt für Schritt ist Jack den Tätern auf der Spur. Immer tiefer dringt er in die üblen Verstrickungen des Anwaltsbüros und der korrupten Wirtschaftswelt vor, bis auf ihn selbst ein brutaler Berufskiller angesetzt wird. Obwohl der Bösewicht früh entlarvt ist, hält Begley die Spannung – bis zum blutigen Showdown.

In einem Interview sagte Begley, ihm blieben jetzt vielleicht sechs, sieben Jahre. „Ob es wichtig ist, welche Bücher ich in dieser Zeit noch schreibe? Vielleicht nicht. Ich werde trotzdem weiterschreiben. Weil es mir Vergnügen bereitet.“ Seinen Lesern auch!