„austroPott“ bringt in Dortmund „Die Wunderübung“ auf die Bühne

Die Stimmung kippt, das Stück nimmt eine unerwartete Wendung: Der Eheberater (l. Richard Saringer) hat eine unglaubliche Nachricht per Handy erhalten, und das Couch-Paar (Katja Heinrich, Harald Schwager) ist zu neugierig.
Die Stimmung kippt, das Stück nimmt eine unerwartete Wendung: Der Eheberater (l. Richard Saringer) hat eine unglaubliche Nachricht per Handy erhalten, und das Couch-Paar (Katja Heinrich, Harald Schwager) ist zu neugierig.
Foto: Simone Melenk
Das deutsch-österreichische Trio „austroPott“ tritt seit drei Jahren im Dortmunder U-Turm auf. Jetzt bringen die Künstler die Komödie die „Die Wunderübung“ auf die Bühne.

Dortmund.. Kennen Sie „austro­Pott“? Das deutsch-österreichische Trio spielt seit drei Jahren Theater im Dortmunder U-Turm – Katja Heinrich, Richard Saringer und Harald Schwaiger sind so frei. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Schon lange sind die Drei im Schauspiel-Geschäft, lernten ihr Handwerk auf renommierten Bühnen in Berlin, Weimar, Potsdam, Dresden, Darmstadt oder Wien. Feste Engagements lockten die Künstler Ende der 1990er ins Ruhrgebiet – Richard Saringer und Harald Schwaiger verstärkten das Ensemble am Schauspiel Dortmund, Katja Heinrich stand zuletzt im Essener Grillo auf den berühmten Brettern.

Heute genießt die Schauspielerin die künstlerische Freiheit, die eigene Produktion oder den Liederabend, die selbst ausgesuchten, gemeinsam entwickelten Stücke und das Spielen vor 140 Zuschauern im knallroten Kino. Sie sagt: „Ich bin ärmer, aber glücklicher“. Sogar eine Rolle im Tatort ließ sie letztens sausen für den jüngsten Coup von „austroPott“.

Premiere in Wien

Das ist „Die Wunderübung“, eine neue Komödie des österreichischen Bestseller-Autors Daniel Glattauer. Anfang des Jahres war Premiere in Wien, „austroPott“ besorgte sich sofort die Aufführungsrechte. Das Beziehungsgemetzel in Kleinst-Besetzung war quasi maßgeschneidert für das Kammerspiel im einstigen Bierkühlschrank. Schwarze Bühne, schwarzer Vorhang, Sofa, Sessel: Das war’s auch schon. „austroPott“ will schauspielern – eigentlich auch nur das.

Die Handlung der 90-minütigen Komödie ist schnell erzählt: Das Ehepaar hat sich auseinandergelebt, die Ehefrau (furios Katja Heinrich als Fast-schon-Furie) mutiert zur Beißzange. Der Mann (Harald Schwaiger als Sprachartist), Typ verstockter Techniker und abgenervt vom Ganztags-Gezeter, hat das Reden längst eingestellt. Das Paar wirft einen Rettungsanker beim Therapeuten.

Verknotet auf dem Sofa

Da sitzen die einst so Verliebten nun verknotet auf dem Sofa und giften in die Umgebung. Der Eheberater (herrlich verschmitzt Richard Saringer) spielt den leicht verwirrten Psychiater, entpuppt sich aber als ausgekochtes schlaues Kerlchen. Und er sorgt für ein fulminantes Finale.

„austroPott“, das ist Theater pur, hochkonzentriertes Schauspiel ohne Schnörkel. Drei Schauspieler entern die Bühne und halten dem Publikum mit bissig-bösen Dialogen den Spiegel vor. „Die Wunderübung“ funktioniert.