Duisburger Akzente : Liebeserklärung an eine Stadt und ihre Menschen

Duisburg. Eine faszinierende Schau zum Oberthema „Bosporus - Tor der Kulturen” präsentiert das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. „Ara Gülers Istanbul in schwarz und weiß”, so der Titel der Ausstellung, die anlässlich der 32. Duisburger Akzente 40 Fotos des Meisterfotografen Ara Güler zeigt.
Die Ausstellung
Ausstellungsort: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, Apostelstraße in Ruhrort; Öffnungszeiten: Di bis So 10 - 17 Uhr. Die Ausstellung wird am Sonntag, 26. April, eröffnet und läuft bis zum 21. Juni 2009.
Eine Bosporusfähre verlässt den Hafen von Istanbul, im Abendlicht des Jahres 1958 warten Taxen an der Galata-Brücke und übernächtigt kehren die Kumpakifischer in der Morgendämmerung mit ihren Booten zurück. „Ara Gülers Istanbul in schwarz und weiß” lautet der Titel der Ausstellung des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt, das anlässlich der 32. Duisburger Akzente 40 Fotos des 1928 geborenen Meisterfotografen Ara Güler zeigt. Eine faszinierende Schau zum Akzente-Thema „Bosporus - Tor der Kulturen”.
Wo Europa und Asien sich treffen, an der Meerenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmara-Meer, dort ist Ara Güler immer zuhause gewesen. Dort hat er den Hafenarbeitern mit seiner Leica ins Gesicht geschaut, den Fischern bei der Arbeit zugesehen und die ruhigen alten Männer im Kaffeehaus fotografiert.
"Fotograf des Jahrhunderts"
Ara Güler wurde 1928 als Sohn eines Apothekers geboren und war nach dem Studium der Volkswirtschaft ab 19950 Fotojournalist für die Zeitung „Neues Istanbul”. Er arbeitete unter anderem ab 1956 für die Fotoagentur „Magnum”, war Nahost-Korrespondent für „Time Life”, „Paris Match” und „Stern” und wurde 1961 von „Photography Annual” zu den sieben besten Fotografen der Welt gezählt. 1986 wählte ihn das Museum of Modern Art zu den „Zehn Meistern der Farbfotografie” und 1999 erhielt Ara Güler die türkische Ehrung „Fotograf des Jahrhunderts”. Viele Prominente ließen sich von ihm fotografieren, darunter Winston Churchill, Bertrand Russel, Picasso und Salvador Dali.
Eine stolze Biographie eines bescheidenen Mannes, den man auch „das Auge Istanbuls” nennt. Ara Güler, der niemals eine Fotografen-Ausbildung absolvierte, hat mit seinen Ansichten von Pferdekarren, schlammigen Straßen, Händlern, Fischern und Kinder ein Istanbul fotografiert, das es so heute nicht mehr gibt. Es sind Bilder aus den 50er und 60er Jahren, als die Händler-Stadt Istanbul noch den letzten Dämmerschlaf zwischen Provinz und industriell erwachender Metropole schlief und der junge Ara Güler zu ihrem hellwachen Chronisten wurde.
Bis heute fotografiert Güler, der sich nicht als Künstler, sondern als Berichterstatter oder als Foto-Journalist sieht, am liebsten und häufigsten mit der Leica und in schwarz-weiß. Sein Istanbul kommt nicht aus dem Computer.











