Auftritt von Katy Perry in Köln mit Disney-Qualitäten

Sängerin Katy Perry bei ihrem Auftritt in München: Sie ist derzeit mit der "the prismatic world tour" unterwegs.
Sängerin Katy Perry bei ihrem Auftritt in München: Sie ist derzeit mit der "the prismatic world tour" unterwegs.
Foto: Sven Hoppe / dpa
Was wir bereits wissen
Musikerin Katy Perry hat in der Kölner Arena 12.000 Fans in ihren Bann gezogen. Der Star aus Santa Barbara zeigte, dass er weiß, wie Unterhaltung perfekt inszeniert wird.

Köln.. Die Welt ist ein Dreieck. Seit Donnerstagabend glauben das 12 000 Menschen, die in der Kölner Arena dabei waren, als Katy Perry dort Station machte. Angefangen von der spitz zulaufenden Zauberschachtel, der sie eingangs mit wippendem Petticoat entsteigt, bis zum funkelnden Finale, wo sie in derselben, Feuervogel und Pfauendame zugleich, entschwindet.

Dazwischen liegen zwei Stunden, in denen der Superstar aus Santa Barbara neue Maßstäbe setzt. Sicher, wenn Perry auf einem von Tänzern getragenen Pharaonen-Pferd auf die Bühne reitet, dann hat Cher das auf einem (künstlichen) Elefanten schon mal vorgemacht. Wenn sie, scheinbar nur an einem Bündel bunter Luftballons hängend, zum Flug über den Arena-Himmel ansetzt, gemahnt das an Pink. Und wenn es um die zweideutigen Situationen geht, sind die Britneys, Gagas und Mylies eine Schrittbreite voraus. Das ist der Trick. Fast jugendfrei schafft es die Pastorentochter, die weltweit mehr als elf Millionen Alben verkauft hat, die Wundertüte in einer bis dato unbekannten Verpackung zu präsentieren.

Streit In den Himmel ragende ägyptische Königsgräber, an deren höchstem Punkt die Sonne hängt wie eine aufgespießte Orange, treffen auf „Der König der Löwen“, Indiana Jones und die Aristocats lassen grüßen, beim akustischen Teil blühen Sonnenblumen auf und seidene Schmetterlinge wiegen sich im Wind. Ein Geburtstagskuchen wird geentert und riesige mit Luft gefüllte Tacos, Handtaschen und Smileys über allen und allem. Das hat Disney-Qualität. Es macht professionell glücklich.

Von „I Kissed A Girl“ bis „Roar“

Ja, singen kann sie auch. Was man beim akustischen Teil mit dem wunderbaren „Unconditionally“ nach all den Dreieckgeschichten merkt. Von „I Kissed A Girl“ und „Thinking Of You“ über „California Gurls“ und „Firework“ (als letzte Zugabe) bis hin zu „Roar“ und „Birthday“ war alles dabei. Und jetzt behaupte noch irgendwer, die Erde sei eine Scheibe.