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Farbstarke Kunst im alten Museum am Ostwall in Dortmund

14.01.2016 | 17:51 Uhr
Farbstarke Kunst im alten Museum am Ostwall in Dortmund
Farbstark: Thomas Kesseler stellt seine Kunst im ehemaligen Gebäude des Museums Ostwall in Dortmund aus.Foto: Simone Melenk

Dortmund.   Wo einst das Dortmunder Museum am Ostwall beheimatet war, zieht bald das Baukunst-Archiv ein. Und jetzt gibt es erst einmal farbstarke Kunst zu sehen

Die Glastür fällt jedes Mal krachend ins Schloss und am Eingang zieht es wie Hechtsuppe. Hunderte Löcher klaffen in den Wänden, Wollmäuse werden hier sehr alt: Das ehemalige Museum am Ostwall hat deutlich bessere Tage gesehen. Das Haus ist abgeliebt, aber es wird innig geliebt.

In den nächsten Wochen dürfte sich die Zuneigung zu dem Denkmal, das schon zum Abriss freigegeben war, noch steigern. Der Künstler Thomas Kesseler, Maler, Bildhauer, Sucher, Sammler und auch Architekt bespielt mit seinen Werken auf wunderbare Weise das ganze Haus, inszeniert jeden Raum – vom Lichthof mit einem großem Pigmentfeld bis unters Dach mit filigranen Figuren und zarten Zeichnungen.

Mit Wachs und Öl, Asche und Ruß

Vor allem aber lädt Kesseler, der in der Region bedeutende Kirchen- und Sakralräume gestaltet hat, das Publikum ein, sich an seinen Farben zu berauschen, in sie hineinzukriechen und in eigenen Farb-Erinnerungen zu schwelgen. Die Aus­ein­andersetzung mit Farbe treibt den Düsseldorfer Professor um, seit er eintauchte in die Welt der 5000 Jahre alten Pflanzenfarben, die er im Gartensaal auch als wertvolle Pigmentsammlung und in seinen witzigen Kunst- und Wunderkammern zeigt. Kesseler malt seine großformatigen Bilder mit Pigmenten, vermischt sie mit Wachs und Öl, Asche und Ruß und schafft mitunter raumhohe architektonisch prägende Wände.

Seine ersten Zeichnungen fertigte er als Kind, später war er fasziniert von der Kunst in Kathedralen, stand staunend vorm Bamberger Reiter und wandte sich später als Schüler von Erwin Heerich der kleinen Skulptur zu. Beeindruckt und beeinflusst von Alberto Giacometti, inspiriert von seinem Lieblingsmuseum, dem Duisburger Lehmbruck, übte er ein ganzes Semester lang nur Figuren, erzählt Kesseler. Mehr als 80 zeigt er nun am Ostwall: vor Farbwänden, auf Sockeln, auf gestalteten Plätzen im Raum, in Kästen an der Wand.

Schon mit dem einstigen, längst verstorbenen Ostwall-Chef Ingo Bartsch hatte Kesseler eine Kesseler-Ausstellung geplant. Aber erst jetzt – zu seinem 30-jährigen Künstlerjubiläum – wird sie am Wunschort Wirklichkeit.

Simone Melenk

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Farbstarke Kunst im alten Museum am Ostwall in Dortmund
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2016-01-14 17:51
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