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Auf den Spuren von Schumann und Heine

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Düsseldorf. Vor 175 Jahren, in seinem sprichwörtlich gewordenen „Liederjahr“ 1840, komponierte Robert Schumann mehr als die Hälfte seiner rund 250 Lieder. Damals entstanden auch seine beiden großen Heine-Zyklen, die als Höhepunkte des romantischen Kunstlieds gelten. Mit „Liederkreis von H. Heine für eine Singstimme und Pianoforte“ op. 24 und „Dichterliebe“ op. 48 gelang Schumann eine einzigartige Symbiose aus poetischer Musik und musikalischer Poesie, die bis heute auf den Konzertbühnen in aller Welt lebendig ist. Mit einem ganzjährigen Veranstaltungszyklus erinnern Heinrich-Heine-Institut und Robert-Schumann-Gesellschaft an diesen außergewöhnlichen Moment in der Musikgeschichte: Der Bogen spannt sich von Vorträgen und Kammerkonzerten bis zu audiovisuellen Adaptionen im Rahmen eines Wettbewerbs für den besten „Dichterliebe“-Videoclip.

Den Auftakt bildet eine festliche Liedmatinee am heutigen Samstag: Dann präsentiert Bariton Thomas E. Bauer, der zurzeit an der Mailänder Scala gastiert, den Zyklus „Dichterliebe“. Klingendes Zentrum des Wechselspiels aus Literatur und Musik ist die Bilker Straße im Herzen der Carlstadt mit Heinrich-Heine-Institut, Clara-und-Robert-Schumann-Gedenkstätte und dem Kammermusiksaal im Palais Wittgenstein.

Neu eröffnete Dauerausstellung

Im September 1850 traf der frischgebackene Musikdirektor Robert Schumann mit seiner fünfköpfigen Familie in Düsseldorf ein. Bis man eine eigene Wohnung beziehen konnte, wurde im Hotel Breidenbacher Hof logiert. Nach Zwischenstationen in der Alleestraße (Ecke Grabenstraße), Königsallee und Herzogstraße wurde zwei Jahre später in der Bilker Straße 15 endlich eine der großen Familie und der gehobenen Stellung des Musikdirektors angemessene Unterkunft gefunden. Es ist deutschlandweit das einzige in seiner historischen Bausubstanz erhaltene Schumann-Wohnhaus. Heute erinnert dort eine kleine Ausstellung an die Lebens- und Arbeitsverhältnisse des Ehepaars. Gegenüber in Nr. 12 werden in der 2014 neu eröffneten Dauerausstellung des Heinrich-Heine-Instituts Porträts, Musikhandschriften und viele andere Preziosen präsentiert.

Düsseldorf ist seit dem 19. Jahrhundert eine Stadt der lebendigen bürgerlichen Musikkultur. Die Musikaliensammlung im Archiv des Heinrich-Heine-Instituts spiegelt dies eindrucksvoll wider: Das musikalische Leben wird hier ebenso anschaulich dokumentiert wie die Tätigkeit der Musikdirektoren, aber auch anderer Komponisten und Musiker, die in der Stadt und der Region gelebt und gewirkt haben. Den vielleicht größten Stellenwert unter den Musikalien des Heine-Instituts nimmt die überaus kostbare Schumann-Sammlung ein. Ihre Geschichte reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. Die Vorgängereinrichtung des Heine- Instituts, die alte Landes- und Stadtbibliothek, erhielt im Jahr 1927 erstmals ein Schumann-Original zum Geschenk. Hierbei handelt es sich um einen dreiseitigen Brief, den Robert Schumann 1853 an den Schriftsteller Heinrich Moritz Horn aus Chemnitz geschrieben hat.

Mittlerweile ist die Schatzkammer der Schumann-Sammlung auf 35 eigenhändige Musikmanuskripte, Stichvorlagen, rund 180 Briefe von Robert Schumann und mehr als 700 Briefe von Clara Schumann angewachsen und zählt damit zu den weltweit größten und bedeutendsten Sammlungen.

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2015-01-24 00:11
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