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Astronomie und Herzchenflimmern

06.09.2007 | 05:26 Uhr

KINO. Eine Jugendkomödie spannt ihren Erzählrahmen von Basketball bis zu Gott und die Welt: "Max Minsky und ich".

DÜSSELDORF. Wer sich mit 13 Jahren für die Wissenschaft der Gestirne interessiert, muss ja nicht von allem Weltlichen ab sein. Nelly Su Edelmeister jedenfalls schwärmt nicht nur für die Sterne, sie hat auch ein Herz für die Monarchie. Eduard heißt der Angehimmelte. Und weil man für ein Treffen mit dem Kronprinzen von Luxemburg einfach nur mordsmäßig gut Basketball spielen muss, beschließt Nelly, auch das zu lernen. Physik eins, Sport vier, kein Problem! Nelly hat gelernt, dass man mit und an Zahlen arbeiten kann. So schwatzt sie Max Minskys Mutter zunächst ihre Nachhilfe für den versetzungsgefährdeten Sohnemann auf und bezahlt von dem Geld dann Maxens Trainingsstunden im Körbewerfen. Bis der ganze Schwindel auffliegt, hat Nelly nicht nur ihre staksigen Bewegungen abgelegt, sondern auch die blinde Bewunderung für den adligen Eduard.

Anna Justice hat sich in ihrem Regie-Debüt viel vorgenommen, eigentlich ein bisschen zu viel. Das merkt man schon, wenn man die Frage "Worum geht's?" beantworten möchte. Es geht also um die Tücken des Erwachsenwerdens, es geht um Eltern, die sich nachts lautstark um das Sorgerecht streiten, um Konkurrenz und Mannschaftsgeist, um Religion und die erste Liebe, kurzum - um Gott und die Welt.

Nachhilfestunde in Sachen Religion

Ziemlich komplex und nicht ganz anspruchslos für eine Jugendkomödie, doch die temporeiche Inszenierung des 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Bestsellers von Holly-Jane Rahlen macht trotzdem viel Vergnügen.

Wenn die junge Hauptdarstellerin Zoe Moore irgendwann über den Sportplatz stolperholpert wie die junge Anke Engelke, sieht man sogar, dass hier eine Comedygöre heranwächst, die ihre komischen Talente noch gar nicht ausspielen konnte. Exzellent besetzt auch die Erwachsenen-Rollen von Jan Josef Liefers als hipper Vater über Rosemarie Fendel als jüdisch-tüdelige Tante bis zu Monica Bleibtreu als Schneiderin, die Nelly das Kleid für die Bat Mizwa näht.

So ist der Film unvermittelt auch noch eine Nachhilfestunde in Sachen jüdischer Glauben. Und man kann erstaunt zusehen, wie viele komplexe Themen sich in knapp 90 Minuten fingerzeigfrei verhandeln lassen. (NRZ)

MARTINA SCHÜRMANN

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