Armenierschicksal

Bis heute scheuen sich Teile der westlichen Diplomatie das Schicksal des armenischen Volkes zu benennen. Der Papst handelte sich prompt eine Drohung des türkischen Präsidenten ein, da er die Verfolgung des ältesten christlichen Volkes im Osmanischen Reich vor 100 Jahren anprangerte. Ein groß angelegtes Hörspiel erinnert daran, dass der große Erzähler Franz Werfel nach einer erschütternden Begegnung in Damaskus 1932 einen Roman schrieb, dieses Leid in Worte zu fassen. Obwohl der titelgebende Berg und die Schlachten um ihn herum „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ bestimmen, sind es vielfältige Ebenen die Werfel um das Genozidthema suggestiv und einfühlsam verknüpft. Starke Sprecher, allen voran Sebastian Blombergs Erzähler (Foto), bilden in David Kuckhermanns Regie ein Ensemble, das die düstere Chronik beunruhigend lebendig klingen lässt.

Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh Hörspielfassung, 3 CDs, ca. 2 h, 55 Minuten. Der Hörverlag. 17,99 €

Aufwühlend stark