Am Wasser gebaut

Nein, im klassischen Sinne war die Programmmusik damals noch nicht geboren – und doch kreist dieses Album namens „Water Music“ im anthologischen Stil um alles, was Renaissance-Komponisten einfiel zu Quellnymphen und Schwänen, zu Sirenengesang und den Wassern Babylons. Tonmalerei!

Kein Zweifel: Man muss ein Herz für die Klangwelt von Laute, Theorbe, Schalmei, Blockflöte und Bassdulzian (Ahnherr des Fagotts) haben, um diesen Schatz zu heben. Katharina Bäuml und ihr schlichtweg exquisit musizierendes Ensemble „Capella de la Torre“ laden dazu ein. Man taucht in ein Meer von händelfreien Wasser-Musiken. Giovanni Ghizzolo etwa lässt Neptun mit den Sirenen sprechen. Man weint um tote Seeleute oder feiert tänzerisch einen Kosmos zwischen „stella maris“ und rettendem Hafen. Eine CD für Kenner. Die freilich werden begeistert in See stechen.

Katharina Bäuml/Capella de la Torre: Water Music. CD, ca. 76 Minuten. Erschienen bei: Deutsche Harmonia Mundi, ca. 18€

Ozeanischer Kunstgenuss

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