Altersweise

Wem Philip Roths Satz, das Alter sei ein „Massaker“, zu heulsusig klingt und über diese Lebensphase differenzierter nachdenken möchte, findet nicht nur in Norberto Bobbios Denkschrift „Vom Alter“ Stoff. Der Kölner Schriftsteller Dieter Wellershoff erzählt in der ausgezeichneten Reihe der Supposé-Hörbücher, warum das Alter neben der „Verwüstung“ des Körpers ebenso ein Mehr-Werden wie ein Weniger-Werden ist. Dem Verlust hält er die Bewunderung entgegen, die er mit seinen 88 Jahren erfährt, wo doch nur 40 Prozent seines Jahrgangs den Zweiten Weltkrieg überlebt haben. „Das Altern“, sagt Wellershoff, ist eine Aufgabe, die nicht ohne Glück, aber mit sehr viel Umsicht betrieben werden muss.“ Überhaupt geht er aus von eigenen Erfahrungen und abstrahiert souverän davon. Wahrscheinlich wird dieses Hörbuch immer besser mit jedem Jahr, um das man altert.

Ans Ende kommen. Dieter Wellershoff erzählt über Altern und Sterben, hg. von Thomas Böhm und Klaus Sander. Supposé Verlag, 1 CD, 66 min, ca. 18€.

Einsichtsvoll