Alte, kaum mehr gebräuchliche Wörter

Widerfahrnis ist ein ebenso altehrwürdiger wie altertümlicher, heute kaum mehr genutzter Begriff. Der Duden führt das Wort nicht auf, allein das zugehörige Verb widerfahren, dem er die Bedeutung „wie etwas Schicksalhaftes (jemandem) zuteilwerden, von jemandem erlebt, erfahren werden“ zumisst. Der Philosoph Wilhelm Kamlah setzte sich (in der „Philosophischen Anthropologie“) mit dem Begriff auseinander und schrieb: „Unser aller Leben ist eingespannt zwischen den Widerfahrnissen Geburt und Tod.“ Krankheiten, Zahnschmerzen oder ein Autounfall widerfahren einem Menschen ebenso wie eine gute Ernte, also Beglückendes.

Es gibt viele im Deutschen kaum oder gar nicht mehr gebrauchte Begriffe; das Lexikon der Archaismen führt einige auf. Einige darunter sind aus der Mode gekommen, etwa Hagestolz (ein Junggeselle höheren Alters) oder Backfisch (halbwüchsige Mädchen), auch Worte wie das schöne berückend oder viele Begriffe französischen Ursprungs wie Billett. Einige andere haben schlicht ihre Funktion verloren, oft technische Begriffe wie Bandsalat oder Diskette. Auch der Groschen gerät so langsam in Vergessenheit.