Alain Bieber will alles, nur keine Langeweile im NRW-Forum

Alles, nur keine Langweile dürfe man von ihm erwarten, sagt Alain Bieber.
Alles, nur keine Langweile dürfe man von ihm erwarten, sagt Alain Bieber.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Ehrgeizige Ziele, so druckvoll wie druckreif vorgetragen. Alain Bieber hat sich jetzt in Düsseldorf vorgestellt. Seine Vision vom „NRW-Forum. 2.0“ sind ein großes Versprechen.

Düsseldorf.. Der „Rebell“ redet schnell, wie einer, der mächtig unter Dampf steht und es kaum erwarten kann, ihn zum Wohle seines Arbeitgebers abzulassen. Ab dem 1. April kann Alain Bieber, der neue Düsseldorfer Hoffnungsträger, zeigen, wie es denn einmal aussehen soll: dieses „NRW-Forum 2.0“, von dem am Donnerstag bei der Pressekonferenz im Ehrenhof so beseelt die Rede war.

„Alles“ dürfe man von ihm erwarten, „nur keine Langeweile“, verspricht der 1978 in Wesel geborene Deutsch-Franzose. Nach der durchaus erfolgreichen Ära Lippert-Wenzel will der Mann, der neben seiner journalistischen Arbeit (etwa für das Kunstmagazin ART) unter anderem durch ein Street-Art-Musical, Kissenschlachten im öffentlichen Raum und einen Nacktauftritt im benachbarten Kunstpalast auf sich aufmerksam machte, eine noch konsequentere „Verschmelzung“ von Kultur und Kreativwirtschaft, Design und Architektur, Kunst und Mode am neuen Arbeitsplatz forcieren. Weil ja heutzutage „sowieso alles mit allem vernetzt“ sei. „Populär und intelligent“ soll es zugehen, zeitgeistig, aber nicht geschichtsvergessen. Eine „lebendige Ideenfabrik“ schwebt ihm vor, „eine Agora der Kultur für alle Schichten“ und Altersklassen.

Museen Für den 19. September wird die Ausstellung „Ego update“ angekündigt, die sich der „Zukunft der digitalen Identität“ widmen soll. Hier geht es um Selfies und Avatare, Social Web und Datenschutz. Was ja bestens in die Zeit und nach Düsseldorf passt, wo laut Bieber mehr Selfies geschossen werden als in jeder anderen Stadt in Deutschland. Dieser Reverenz an den Computerkult soll aber noch in diesem Jahr eine Verbeugung vor einem echten Klassiker der deutschen Modefotografie folgen: eine große Horst P. Horst-Retrospektive.

Alain Bieber ist nicht nur mit Charme, Tatendrang und gesundem Optimismus ausgestattet, sondern auch mit einem Fünfjahresvertrag. Und mit einem Etat, den die Stadt Düsseldorf, die 2013 den Ausstieg des Landes NRW kompensieren musste, auf eine Million Euro verdoppelt hat.