Akzente Festival: Bosporus am Rhein
27.04.2009 | 07:09 Uhr 2009-04-27T07:09:00+0200
Duisburg. Die Duisburger Akzente schlagen eine Brücke nach Istanbul. Die Stadt ist ebenso wie das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010. Unter dem Motto "Bosporus – Tor der Kulturen" erwartet das Festival noch bis zum 10. Mai seine Besucher.
Fast 50 Jahre ist es her, dass die ersten türkischen Gastarbeiter ins Ruhrgebiet kamen. Doch ihre Kultur war oft nur als Folklore bei linken Nachbarschaftsfesten präsent, um Völkerverständigung bemüht. Jetzt machen die Duisburger Akzente die Türkei zum offiziellen Thema. „Bosporus – Tor der Kulturen” lautet der Titel des Festivals, das bis zum 10. Mai Gastspiele, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge bietet.
Reise nach Istanbul
Dabei war das 1977 gegründete Festival stets bemüht, sich mit fremden Kulturen auseinander zu setzen. Oberbürgermeister Adolf Sauerland betonte bei der Eröffnung in der Mercatorhalle, man wolle diese Tradition fortsetzen: „Wir wollen die Duisburger Akzente zum Treffpunkt der türkischen Weltbürger machen.”
Prof. Ahmet Emre Bilgili, Istanbuls Kulturdezernent und Beauftragter für die Kulturhauptstadt Istanbul 2010, lud die Besucher zu einer Reise nach Istanbul ein. Neben schönen Bildern gab es Lob für die Gastgeberstadt: „Dass hier so viele Türken sind, bedeutet für die Verantwortlichen der Stadt eine Chance. Ich habe den Eindruck, dass man das erkannt hat.”
In der von Asli Sevindim, der künstlerischen Direktorin von Ruhr 2010, moderierten Veranstaltung konnten die Besucher Live-Musik von Sevval Sam und ihrer Band genießen. Die Schauspieler Jale Arikan und Demir Gökgöl rezitierten Texte von Orhan Pamuk.
Besonders türkische Besucher angetan
Vor allem die zahlreichen türkischen Besucher zeigten sich zu später Stunde auf dem Platz vor dem Theater von der ambitionierten Hochzeits-Performance „Surname 09” von Yesim Özsoy und Genco Gülan angetan. Während für deutsche Betrachter bruchstückhaft blieb, folgte das türkische Publikum mit Interesse.
Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen zeigte sich zufrieden: Es sei gelungen, die Duisburger Akzente von altem Muff zu befreien. Zu den Höhepunkten zählen neben dem Theatertreffen die Literatur-Lesungen in der Stadtbibliothek. Die Bundestagsabgeordnete Lale Akgün liest heute um 20 Uhr aus ihrem Buch „Tante Semra im Leberkäseland – Geschichten aus meiner türkisch-deutschen Familie”. Am 2. Mai, 20 Uhr, folgt Mario Levi: „Istanbul war ein Märchen”. Die Programme gibt es in Stadtbibliotheken und Bezirksämtern. (Telefon: 0203/94000 )
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