Älterewollen keine rollenden Rechner

Was sich Menschen vom Auto wünschen, ist auch eine Frage ihres Alters: Soll das Autofahren insbesondere ein emotionales Erlebnis sein? Oder legt man mehr Wert darauf, sicher von A nach B zu kommen? Die Grafik (links) zeigt, wie sehr sich die Erwartungen an ein Auto verändern, je älter die Fahrer werden.

„Ich finde es sehr spannend zu sehen, dass die Automobilhersteller möglicherweise an den Bedürfnissen der Fahrer vorbeiproduzieren“, sagt Forscher Hossiep. „Funktionalität“ sticht dabei heraus: Je älter die Fahrer werden, desto wichtiger ist ihnen, dass das Fahrzeug leicht zu bedienen ist. Man möchte Knöpfe schnell finden, Beschriftungen lesen können, ohne beim Fahren die Lesebrille aufsetzen zu müssen. Keiner will sich mühevoll durch Menüs klicken. Hossiep: „Die älteren Menschen können heute genauso wenig die vielen Funktionen ihres Autos nutzen wie die ihres Smartphones, weil der Wagen immer mehr zum rollenden Computer wird.“ Und weiter: „Wir haben bei der Entwicklung viele junge Männer, die Freaks sind in der Technik. Da wird regelrecht überentwickelt.“ Auch die Werbung richtet sich an Jüngere. Dabei ist der Käufer eines Neuwagens heute im Schnitt 52. „Man muss die Autos so bauen, dass die Menschen die Instrumente ablesen können – und überhaupt deren Funktion verstehen.“