Achenbach: „Ich kann schlecht Nein sagen“

Essen..  Manipulierte Rechnungen, verdeckte Aufschläge, höhere Provisionen: Der wegen Millionenbetruges angeklagte Kunstberater Helge Achenbach hat vor dem Essener Landgericht weiteres Fehlverhalten eingeräumt, vor allem Geschäfte in ungerechtfertigter Höhe mit dem Pharma-Unternehmer Christian Boe­hringer. „Ich stehe zu meiner Verantwortung“, sagte Achenbach. „Ich wusste immer, dass ich das nicht hätte tun dürfen.“

Die Geschäfte mit Boehringer wurden über die 2011 gegründete Beratungsfirma Berenberg Art Advice getätigt, deren Geschäftsführer Achenbach war. Nach seinen Angaben hatten sich die Planungen der Firma von Anfang an als viel zu optimistisch erwiesen. Daher habe er sich irgendwann dazu entschlossen, bei Kunstverkäufen an Boehringer nicht nur, wie vereinbart, den Einkaufspreis zuzüglich einer Provision, sondern höhere Beträge in Rechnung zu stellen. Mit stockender Stimme versuchte der seit über sechs Monaten in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte sein Verhalten zu erklären: „Ich kann schlecht Nein sagen. Ich tendiere dazu, es vielen recht zu machen. Das hat mich auf den falschen Weg gebracht.“

Mitgeschäftsführer beteiligt?

Während Achenbach die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Firma Berenberg Art Advice einräumte, beteuerte sein ebenfalls angeklagter damaliger Mitgeschäftsführer Stefan H. seine Unschuld. Der 49-Jährige will von den zu Unrecht verteuerten Rechnungen erst später erfahren haben. Achenbach schilderte dagegen, sein früherer Mitgeschäftsführer sei an den durch die verdeckten Aufschläge erzielten Mehreinnahmen sogar beteiligt worden. „Ich schlug vor, zu teilen. Er hat sich nicht dagegengestellt“, sagte der prominente Kunstberater.

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