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ABBA - aber ganz anders: Mamma Mia!

28.07.2010 | 15:36 Uhr
ABBA - aber ganz anders: Mamma Mia!

Mit den größten ABBA-Hits verpackt in eine frech-witzige Handlung avancierte "Mamma Mia!" weltweit zum Bühnenhit. Nun kehrt das Erfolgsmusical vom Broadway zurück: Die Original-Produktion in englischer Sprache gastiert vom 24.-26.9. in Düsseldorf.

Musicals über bekannte Bands gibt's fast so viele wie Sterne am Himmel. Vorne wird die mehr oder weniger spannende Geschichte bis zur Auflösung gespielt, im Hintergrund spielt eine technisch einwandfreie Coverband die größten Hits. Gelingt das alles, ist es eine nette Dokumentation, doch schließlich auch nur eine Kopie. Wer sich aber von großen Songs inspirieren lässt und sie mitnimmt in eine andere Zeit, an einen anderen Ort, kann den Stücken neues Leben einhauchen. Auch im Musical „Mamma Mia!” glänzt das Ensemble wegen der populären Lieder der Gruppe ABBA – aber da ist noch viel mehr.

Und im Fall von „Mamma Mia!”, das demnächst im englischsprachigen Original in Düsseldorf gastiert, ist zunächst weniger mehr. Da ist keine bunte Glitzerwelt in den größten Metropolen, sondern ein kleines Dorf auf einer griechischen Insel. Und da sind auch nicht die perfekt gestylten vier Schweden, sondern eine nicht mehr ganz junge Frau, die sich als alleinerziehende Mutter auch noch um ihr Lokal kümmern muss. Sobald Donna (Jackie Clune) ihren Mund aufmacht, ist ABBA ganz weit weg – und das tut dem Musical richtig gut. Ihre Stimme hat einen eigenen Charakter, ist röhrend und oft wild. Dazu spielt die Band live, verleiht den Stücken Groove. So werden die Darsteller in die Songs getragen, eine neue Geschichte entsteht.

Und die hat mit dem Leben der legendären Musiker nichts zu tun. Es geht um Donna und ihre Tochter Sophie, die heiraten möchte, und dann wieder doch nicht... Kaum von Mutters Seite weichen deren beste Freundinnen, die als Dreiergespann die gesamte Besetzung von „Sex And The City” an die Wand spielen würden. Doch diesem Trio stellt sich unerwartet ein anderes in den Weg: Drei Männer tauchen auf der Insel auf, die Donna an ihre wilde Jugendzeit erinnern. Einer von ihnen ist der Vater von Sophie. Bis alle wissen, wer die Herren zur Hochzeit eingeladen hat, wer tatsächlich der Vater ist und ob Sophie in dem Durcheinander ihren Freund Sky heiraten kann, erlebt der Zuschauer eine wilde Fahrt über den Boulevard, mit viel Liebe und ein wenig Drama.

Bemerkenswert ist, dass die Texte der Lieder, die die Geschichte von „Mamma Mia!” transportieren, kaum verändert werden mussten. Nur hier und da wurde ein Wort oder selten eine Zeile angepasst. Ansonsten hört man ABBA, wie man ABBA noch nie gehört hat. Und man hört ihre Lieder auf Englisch. Das Verständnis der Handlung schmälert dies allerdings nicht, zumal das Musical mit deutschen Untertiteln aufgeführt wird.

Eine besondere Auszeichnung für das Ensemble war der Jubel nach den Auftritten in Schweden. „ABBA ist für die Menschen dort so wichtig wie in England die Beatles. Und sie haben uns gefeiert”, erzählt Jackie Clune. „Da wussten wir, dass wir alles richtig machen.”

24.-26.9.: „Mamma Mia!" im ISS Dome Düsseldorf (Theodorstraße 281). Karten (ca. 58-98 €; Sommerpreise bei Abnahme von 4 Tickets bis 15.8.: jew. ca. 35-50 €): www.derwesten.de/tickets

Zlatan Alihodzic

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