Ab ins "Rockland" mit experimentierfreudiger Musik von "Katzenjammer"

„Rockland“ ist das dritte Album der Norwegerinnen von „Katzenjammer“
„Rockland“ ist das dritte Album der Norwegerinnen von „Katzenjammer“
Foto: HO
Was wir bereits wissen
Katzenjammer bringen ihr drittes Album „Rockland“ raus. Ihrem ganz eigenen Mix aus Country, Folk, Blues, Pop und Rock bleiben die vier Frauen treu.

Köln.. Aus Mädchen werden Frauen. Als die vier von Katzenjammer loslegten, waren sie Anfang bis Mitte 20. Damals ging es Anne Marit Bergheim, Marianne Sveen, Turid Jorgensen und Solveig Heilo – heute 32, 33, 35 und 33 Jahre alt – vor allem darum, Party zu machen, auf die Rolle zu gehen und nix zu verpassen. „Wir genießen es, älter zu sein, das Leben mit 30plus ist besser“, sagt Marianne Sveen.

Wer aber nun vom dritten Album, das die Norwegerinnen nach längerer Pause herausgebracht haben, Altersmilde erwartet, wird angenehm enttäuscht. „Rockland“ schließt nahtlos da an, wo die Katzenjammer-Frauen sich 2011 studiotechnisch mit „A Kiss Before You Go“ verabschiedet haben. Noch immer ist das Quartett überaus experimentierfreudig, variationsreich und sehr, sehr sexy.

Montmartre-Musette und Polka-Party

Ihr ganz eigener Mix aus Country, Folk, Blues, Pop und Rock, mit Anklängen an Montmartre-Musette und Polka-Party, hat seit dem Debütalbum „Le Pop“, das 2010 in Deutschland erschien, das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten. Auf „Rockland“ firmieren die Multi-Instrumentalistinnen, die ohne ih­re Kontrabass-Balalaika nie eine Bühne betreten würden, als Haupt-Songschreiber. Für Stücke wie das knietief im Cajun-Sumpf watende „Old De Spain“, den zart gezupften Titelsong „Rockland“ oder das vor kinderwilder Fröhlichkeit schier explodierende „My Dear“ sind die Katzenjammer-Ladys nach New Orleans, Nashville und London gereist, um sich inspirieren zu lassen.

Der Chorgesang ist ausgefeilter als bisher, Solo-Parts kommen elfenhaft, wölfisch, artistisch gescattet oder mit fragiler Laszivität daher. Während „Flash“ das Zeug zur Hymne hat, ist die vorab veröffentlichte erste Single „Lady Grey“ ein beschwingtes Schaukellied, mit dem man wunderbar Prosecco verkaufen könnte. Oder ein Gläschen von demselben dazu trinken. Mit „Oh My God“ werfen die vier einen augenzwinkernden Blick zurück, auf das, was sie mal waren: vier wilde, gefährliche und zuckersüße Girlies.