Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Sparmaßnahmen

Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur

07.01.2010 | 18:15 Uhr

Essen. Mit Blick auf die Diskussionen um Sparmaßnahmen warnt Stefan Soltesz, Intendant der Essener Aalto-Oper, vor Einschnitten bei der Kultur. Gerade im Kulturhauptstadt-Jahr könne es den Verantwortlichen der Aalto-Oper nicht gleichgültig sein, „unterschwellig als Verschwender der raren öffentlichen Gelder gebrandmarkt zu werden“.

Der Intendant und Generalmusikdirektor der Essener Aalto-Oper, Stefan Soltesz, warnt mit Blick auf die Diskussionen um Sparmaßnahmen in der Stadt vor Einschnitten bei der Kultur. «In fataler Gleichstimmung» würden beim Thema Haushaltskonsolidierung «stets an vorderster Stelle» die Aufwendungen für Kultur genannt, schrieb Soltesz in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief. Adressat des Schreibens sind der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß, der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow (beide SPD) und der Kämmerer der Stadt Essen, Lars Martin Klieve.

Stefan Soltesz. Foto: Ulrich von Born

So habe unter anderem Oberbürgermeister Paß eine spezielle Kulturtaxe ins Spiel gebracht oder Regierungspräsident Büssow für Schließungen und Fusionen von Theatern plädiert, hieß es. Die Kultur werde so zum «Sündenbock» für die Finanzprobleme in den Kommunen gemacht, monierte Soltesz. Der Öffentlichkeit werde ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Kulturförderung und Haushaltskrise suggeriert.

Soltesz widerspricht dieser Einschätzung. Selbst bei völliger Streichung der Kulturförderung wäre eine Haushaltskonsolidierung auch nicht ansatzweise erreicht, erklärte er in dem offenen Brief. Die Staatsausgaben für Kultur in Deutschland betragen nach seinen Angaben über alle öffentlichen Haushalte hinweg 0,8 Prozent der Etats. Deshalb sei das Thema Kultur bei Diskussionen zur Haushaltssanierung «weit hintanzustellen».

Gerade im Kulturhauptstadt-Jahr könne es den Verantwortlichen der Aalto-Oper nicht gleichgültig sein, «unterschwellig als Verschwender der raren öffentlichen Gelder gebrandmarkt zu werden». Es sei für ihn und sein Haus «selbstverständlich», mit den «uns anvertrauten Mitteln sorgfältig und sparsam umzugehen», erklärte der Intendant.

DerWesten


Kommentare
15.01.2010
08:47
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von Besucher | #30

an #25 von sparer:

Sie irren: DUMMHEIT und Intoleranz liegen nah beieinander.

Kulturelle Menschen sind ohne jeden Zweifel tolerant!

14.01.2010
17:05
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von vrenegor | #29

Ist jemandem bekannt, auf wieviele Häuser sich der Etat verteilt?

Ist jemandem bekannt wieviel Arbeitsplätze es an den Häusern der TuP gibt?

Wieviele Lehrstellen,Praktikanten und Maßnahmen?

Seltsam bei Opel und Co.waren Arbeitsplätze immer ein Thema, hier nicht??

10.01.2010
23:12
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von Powertower | #28

Armes Essen! Diese Stadt wird eines Tages ihre Seele verkaufen und auf Menschen vertrauen, die Dummheit und Unwissenheit hinter Dreistigkeit und markigen, aber hohle Phrasen verstecken.

08.01.2010
16:48
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von bugmenot | #27

23 ....und die nichtkünstlerischen Mitarbeiter mit vielen unzeitgemäßen Pfründen und Privilegien.

Frage:welche sind das denn??? (oder wieder nur einmal dreist behauptet?)

08.01.2010
16:42
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von MünchnerKindl | #26

Ohne Qualitätseinbußen könnten bei angemessenen Tarifbedingungen jährlich Millionen eingespart werden.

@ schiral
Das klingt sehr interessant.
Nur: Was sind angemessene Tarifbedingungen?

08.01.2010
16:33
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von sparer | #25

Man sagt Intelligenz und Wahnsinn lägen nah beieinander. Ich denke, dass Hochkultur und Intoleranz genauso nah beieinander liegen!

08.01.2010
16:31
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von sparer | #24

#9 von schriftsetzer
nach Ihrer Auffassung gibt es also hochkulturelle Institutionen auf dem rumänischen Land, es sind u.a. die Nokia-Arbeitsplätze dorthin gegangen!
#16
Es ist nicht dadurch etwas richtig, weil man es mit etwas falschen vergleicht!

08.01.2010
16:30
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von schiral | #23

Soltesz erwähnt als Verschwender im Öffentlichen Kulturdienst mit keinem Wort die skandalösen Tarifverträge für das Orchester und die nichtkünstlerischen Mitarbeiter mit vielen unzeitgemäßen Pfründen und Privilegien.

Da wird sich der Intendant und Generalmusikdirektor doch nicht mit dem Personalrat, dem Orchestervorstand und seiner hartleibigen Lobbyorganisation, der Deutschen Orchestervereinigung, sowie mit der Gewerkscharft VER.DI anlegen. Ohne Qualitätseinbußen könnten bei angemessenen Tarifbedingungen jährlich Millionen eingespart werden.

08.01.2010
16:22
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von MünchnerKindl | #22

@ Klardenker 0815:
1. Als Kind (ich war fast 13) wurde ich von meiner Mutter gezwungen eine Aufführung der Oper Rheingold zu besuchen. Mein erster Theaterbesuch überhaupt, und meine Eltern waren der Meinung, das Kind muß einmal im Theater gewesen sein. Es war ein Erlebnis, an das ich mich bis heute erinnern kann. Ein Rausch von Klängen, Farben und Licht! Aus mir ist immer noch kein Opernfan geworden, aber Theater ist eine Bereicherung meines Lebens. Dafür bin ich meiner Mutter bis heute dankbar.
2. Nur weil ich Nichtschwimmer bin und öffentliche Bäder eklig finde, fordere ich ja auch nicht deren Schließung bzw. deren Vollfinanzierung durch die Nutzer!

08.01.2010
15:37
Aalto-Intendant Soltesz warnt vor Einschnitten bei der Kultur
von Bürger Kettwig | #21

Eine Stadt wie Essen (pleite) kann sich keine Hochkultur mehr leisten. Aber vielleicht könnte man auch die Schwimmbäder unbeheizt lassen. Oder die Jugendzentren schließen. Oder Sportanlagen weiter verkommen lassen. Oder weiter stinkende Schultoiletten akzeptieren. Oder Eltern die Schulräume streichen lassen. Oder..... Dann könnte auch Essen sich Hochkltur leisten. Ansonsten wären die 48 Mill. oder die 100 € Zuschuß für eine Aalto - Karten anderswo besser angelegt. Und der Intendant könnte entlassen werden, bei soviel unsinnigem Geschreibe.

Aus dem Ressort
Juicy-Beats in Dortmund wird 2015 zum ersten Mal zweitägig
Festival
In den vergangenen Jahren wurde es immer wieder diskutiert, jetzt ist es soweit. Das Juicy Beats-Festival in Dortmund findet im kommenden Jahr erstmals an zwei Tagen statt. Es soll auch ein Campinggelände für die Festivalbesucher geben - sogar der Ort für den Zeltplatz steht wohl schon fest.
"Die Karte meiner Träume"- Die fabelhafte Filmwelt  Jeunets
Kino
Im Jahr 2001 überraschte der französische Regisseur Jean-Pierre Jeunet mit dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ die Kritiker. Nun möchte er mit „Die Karte meiner Träume“ – basierend auf dem Roman des US-Amerikaners Reif Larsen – das Kino-Publikum erneut verzaubern. Und das dürfte ihm gelingen.
Kartenrekord beim Klavierfestival Ruhr
Musik
51 500 Besucher kamen in diesem Jahr. Wenn nicht der Regen bei der „Extraschicht“ so viele abgehalten hätte, wäre es auch ein Besucherrekord geworden. 21 von 66 Konzerten der 99 Pianisten aus 23 Nationen waren ausverkauft; das „Education“-Programm wird immer größer und wichtiger.
"Mistaken for Strangers" - Doku über Rocktar Matt Berninger
Kino
Die Brüder Matt und Tom Berninger sind grundverschieden. Während Matt Sänger der Indieband The National ist, steht der jüngere Tom eher auf Metal. Ganz nebenbei ist Tom aber auch Amateurfilmer und plant, eine Doku über die Band seines Bruders zu drehen. Herausgekommen ist „Mistaken for Strangers“.
Kunst-Zensur von Duisburgs OB Sören Link bleibt umstritten
Lehmbruck-Museum
Aus Respekt vor den Loveparade-Opfern ließ Duisburgs Oberbügermeister Sören Link Gregor Schneiders Tunnelskulptur "Totlast" verbieten. Nachdem diese Entscheidung deutschlandweit für Unverständnis gesorgt hatte, schaltet sich nun auch der Freundeskreis des Lehmbruck-Museums in die Diskussion ein.
Umfrage
Türkische Bürger, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, müssen nach einem EuGH-Urteil keine Sprachtests absolvieren. Eine richtige Entscheidung?

Türkische Bürger, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, müssen nach einem EuGH-Urteil keine Sprachtests absolvieren. Eine richtige Entscheidung?