Interview : Markus Knüfken - Frauenheld mit Essener Wurzeln

Essen. Markus Knüfken trägt den Kohlenpott im Herzen, kein Wunder, ist er doch ein waschechter Essener. Und während er in der Schmonzette „Männer lügen nicht“ (ARD 11.2., 20.15 Uhr) „Männer lügen nicht“ allein stehenden Damen den Kopf verdreht, outet er sich im Interview nicht nur als jemand, der herzlich über sich selbst lachen kann.
In der ARD-Komödie „Männer lügen nicht“ spielen Sie einen zwielichtigen Macho. Die Rolle scheint Ihnen viel Spaß gemacht zu haben...
Markus Knüfken: Hat sie auch. Auch wenn ich bei dieser Figur auf nichts zurückgreifen konnte, was ich schon mal erlebt habe. Es war toll in den Bergen zu drehen, den Schnee aus Bad Gastein hab ich mit hierher gebracht.
Sie gelten als Outdoor-Freak. Konnten Sie sich bei den Dreharbeiten austoben?
Markus Knüfken: Eher an drehfreien Tagen. Da hab ich mir die Schneeschuhe geschnappt und bin einfach losgestapft. In der Natur kann ich am besten abschalten.
Plagt Sie manchmal das Heimweh nach dem Revier?
Markus Knüfken: Ich bin sehr gerne zu Besuch bei meinen Eltern, die noch in Essen-Werden leben. In Essen gehe ich auch immer in die „Lichtburg“, dieses wunderschöne alte Kino ist einer der letzten echten Filmpaläste.
Sie sind also nicht nur in Essen geboren sondern dort auch aufgewachsen?
Markus Knüfken: Ja. Mein Abitur habe ich in Essen-Kettwig gemacht. Was viele Nicht-Essener vielleicht nicht wissen: Essen hat, entgegen dem Klischee vom Ruhrgebiet, auch viele grüne ländliche Seiten. Die Menschen im Kohlenpott sind für ihre Ehrlichkeit bekannt.
Wie halten Sie es mit der Wahrheit?
Markus Knüfken: Lügen liegt mir nicht - im Gegensatz zu meiner Figur im Film. Mir sieht man immer sofort an, was ich denke. Ich glaube auch, dass man mit der Wahrheit im Leben weiterkommt. Auch deshalb bin ich stolz darauf, dass ich aus dieser sehr authentischen Ecke Deutschlands komme.
Das Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt 2010. Wie denken Sie darüber?
Markus Knüfken: Ich glaube, das ist eine Gelegenheit zu zeigen, dass das Kohlenpott-Klischee längst zur Vergangenheit gehört.
Das Ruhrgebiet ist eine fünf Millionen Metropole mit einer großen kulturellen Vielfalt. Was ist Ihr persönlicher Kulturtipp?
Markus Knüfken: Also „Zeche Zollverein“ ist immer einen Besuch wert. Das neue Ruhr-Museum soll ex-trem gelungen sein und sehr anschaulich und spannend die Vielfalt des Reviers aufzeigen.
Ganz ehrlich: Neiden Sie manchen Kollegen die ganz großen Rollen?
Markus Knüfken: Nein. Denn in der Schauspielerei ist es wie beim Fußball: Da gibt es ein paar Star-Kicker wie die Bayern, die meistens ganz oben stehen. Und dann gibt es viele Spieler, die mischen zwar auch in der ersten Liga mit, werden zwar nicht jedes Jahr Meister, haben aber auch Spaß an ihrem Job.
Wie lange sind Sie schon im Beruf?
Markus Knüfken: Seit 1993, und seitdem hab ich immer gut davon leben können. Aber wie jeder, der gerne seinen Beruf ausübt, freue ich mich, wenn ich richtig viel zu tun habe. Am liebsten werde ich natürlich von guten Drehbüchern erschlagen.
Dem helfen Sie auch nach, indem Sie in Kurzfilmen von Filmhochschulabsolventen mitspielen...
Markus Knüfken: Und das macht eine Menge Spaß. In den Filmhochschulen gibt es viele Talente. Die Abschlussarbeiten sind ein wahrer Fundus an Kreativität.
Welchen Stellenwert hat die Familie in Ihrem Leben?
Markus Knüfken: Einen sehr hohen. Meine Frau, ihre Tochter Lona und unser gemeinsames Kind spielen die Hauptrollen in meinem Leben. Seit ich Vater geworden bin, habe ich mich als leidenschaftlichen Familienmenschen neu entdeckt.
In welcher Rolle können wir Sie demnächst noch im Fernsehen erleben?
Markus Knüfken: Ich habe gerade wieder eine romantische Komödie abgedreht, in der ich einen Witwer spiele, der Karriere und drei Kinder unter einen Hut kriegen muss und nach verschiedenen Irrungen und Wirrungen dann doch noch die richtige Frau an seiner Seite findet.


















