70 Jahre beim selben Arbeitgeber

Stuttgart..  Ihr erster Lohn betrug 2520 Reichsmark. Als „Chortänzerin Anwärterin“ trat Georgette Tsinguirides im Kriegsende-Jahr 1945 ihren Dienst bei den Württembergischen Staatstheatern an. Heute, 70 Jahre später, steht die Tochter eines griechischen Einwanderers immer noch auf der Gehaltsliste des Stuttgarter Balletts – inzwischen als Choreologin und Ballettmeisterin. 70 Jahre beim selben Arbeitgeber, das klingt nach einem Jahrhundertrekord. „Es geht immer weiter“, sagt die 87-Jährige selbst.

Nachdem Tsinguirides früh ihre Mutter verliert, wächst sie bei ihrer Großmutter auf. Mit sieben beginnt sie eine Ausbildung an der Ballettschule des Stuttgarter Theaters. 1945 erhält sie ihr erstes Engagement, später wird sie Solistin.

Am 30. April hat in Stuttgart der Ballettabend „Alles Cranko!“ Premiere. Tsinguirides war federführend für die Einstudierung verantwortlich. Für die 87-Jährige bedeutet es das, was sie so liebt: jeden Tag Ballettsaal, jeden Tag voller Elan.

Ein 70-jähriges Dienstjubiläum ist auch gestandenen Gewerkschaftern noch nicht untergekommen: Verdi gratulierte überrascht, und auch beim DGB in Berlin hat man von so etwas noch nie gehört.