3D-Scanner entschlüsseln Keilschriften

Würzburg..  Ein Forschungsprojekt mit 3D-Scannern sorgt derzeit nach Angaben der Universität Würzburg für eine Revolution in der Altorientalistik. Mit Hilfe der Technik sei es gelungen, Fragmente antiker Keilschriften passend zuzuordnen und so wieder lesbar zu machen, teilte die Uni mit.

Bisher hat der Würzburger Altorientalist Gerfried Müller mit einem Mitarbeiter 1800 Tafelfragmente aus Hattuscha in der Türkei eingescannt, die seit 2001 Weltkulturerbe sind. Bis etwa 2016 soll daraus eine Keilschriftdatenbank im Internet entstehen, die auch anderen Forschern zugänglich sein wird.

In feuchte Tontafeln gravierten die Chronisten in den drei Jahrtausenden vor Christi Geburt mit Schreibgriffeln Texte über die Herstellung von Heilmitteln, den Verlauf von Kriegen, über religiöse Rituale oder Verwaltungsakte. Nach dem Trocknen blieben sie lange erhalten. Meist sind die über 500.000 bisher entdeckten Tontafeln in kleine Teile zerbrochen und über Museen in der gesamten Welt verstreut.