150 historische Postkarten aus dem Lennetal

Altena..  150 historische Fotos und Postkarten sind bei der Ausstellung „Kein schöner Land. . . Das Lennetal auf alten Fotos und Postkarten“ zu sehen. Die Ausstellung wird vom Kreisarchiv/Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises im Kreishaus I, Bismarckstraße 15, in Altena präsentiert. Gezeigt werden etwa 150 Fotos und Ansichtskarten aus Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl und Plettenberg, die zwischen 1887 und 1901 hergestellt wurden. Die Fotos sind nur ein Bruchteil der etwa 20 000 Einzelaufnahmen umfassenden Fotosammlung des Kreisarchivs und stammen von drei namhaften Fotografen aus Düsseldorf, Iserlohn und Lüdenscheid.

Fotografien waren seinerzeit noch sehr selten und so teuer, dass sich nur wenige Betuchte Portraitfotos leisten konnten. Landschaftsaufnahmen oder Stadtansichten, wie das Altenaer Kreisarchiv sie jetzt zeigt, kamen erst seit den 1880er-Jahren in Mode. Nur in Großstädten konnte ein Fotograf ausreichend Aufträge bekommen, um davon leben zu können. Deshalb reisten Fotografen durch das Land und machten mit großformatigen Ortsansichten für ihre Kunst Reklame.

Wegen der extrem langen Aufnahme-Belichtungszeiten sind auf den Landschaftsfotos nur wenige Menschen zu sehen. Die Gegenden selbst sollten eindeutig „schön“ sein und zeigen deshalb eine Idylle, die es in dieser Form auch damals nur noch selten gab. Anders Firmenfotos, die Unternehmen wie Basse & Selve in Altena oder Carl Berg in Werdohl ab ca. 1910 in Auftrag gaben. Die frühen Werksfotografien sollten vor allem eines demonstrieren: Größe und Produktivität der Betriebe sowie Fleiß und Betriebsamkeit der Arbeiter. Ein besonderer Hingucker sind die zahlreichen bunten Ansichtskarten aus den Beständen des Kreisarchivs. Ansichtskarten wurden in Deutschland erstmals in den 1860er-Jahren verschickt. Bunt illustriert mit den Sehenswürdigkeiten einer Stadt dienten sie dazu, den Lieben daheim oder in der Ferne Grüße zu übermitteln. Und zwar nur auf der Karten-Vorderseite. Die heute übliche geteilte Rückseite mit einem Adressfeld und Platz für Mitteilungen wurde erst 1905 von der deutschen Postverwaltung zugelassen.

Wie einige Ansichtskarten aus den Beständen des Kreisarchivs zeigen, verkauften Gaststätten und Hotels sie zu Werbezwecken – ein Hinweis auf den florierenden hiesigen Fremdenverkehr. Seit 1890 wurden gezeichnete Ansichtskarten meist nur noch für Glückwünsche oder Weihnachtsgrüße verwendet. Die Fotografie trat ihren Siegesmarsch als Postkarte an, konnte sie doch – wenn auch bisweilen ästhetisch geschönt – besondere Ereignisse realistisch wiedergegeben. Beispiel: Die Hochwasser in Altena 1909 und 1925, die auch damals schon „sehenswert“ waren.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli montags bis donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr zu sehen.

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