Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Studie

Bertelsmann empfiehlt staatliche Ausbildungsgarantie

20.09.2012 | 17:49 Uhr
Bertelsmann empfiehlt staatliche Ausbildungsgarantie
Die Bertelsmann-Stiftung setzt sich für eine Ausbildungsgarantie für jeden Schulabgänger ein.Foto: Uwe Meinhold/ddp

Gütersloh.  Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt in einer Studie, die sie gemeinsam mit neun Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte, eine staatliche Ausbildungsgarantie. Die Kosten von geschätzten 1,5 Milliarden Euro pro Jahr sollen sich dabei selbst tragen.

Die Bertelsmann Stiftung hat eine staatliche Ausbildungsgarantie empfohlen, um den Übergang zwischen Beruf und Schule in Deutschland gerechter zu gestalten. Das aktuelle Modell sei "unübersichtlich und ineffektiv", schreibt die Stiftung in einer Studie, die sie am Donnerstag gemeinsam mit neun Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte.

Lehrstellen
NRW will Schülern Einstieg in die Ausbildung erleichtern

NRW startet ein Modellprojekt mit 30.000 Schülern. Ab Klasse 8 sollen Lehrer ihre Schüler bei der Berufswahl unterstützen. So sollen Fähigkeiten verstärkt in Praktika erkannt und gefördert werden.

Die Ausbildungsgarantie soll gewährleisten, dass jeder Schulabgänger ohne Zeitverlust eine Berufsausbildung beginnen kann. In einer sogenannten betriebsnahen Ausbildung sollen die Jugendlichen entweder in einer Berufsschule oder einem anderen Bildungsträger lernen, regelmäßig Praktika absolvieren und am Ende eine Kammerprüfung abschließen.

Geschätzte 1,5 Milliarden Euro Kosten

Von der Grundschule bis zu diesem Abschluss werde der Staat 85.000 Euro für jeden Jugendlichen ausgeben, erklärte der Autor der Studie, der Bildungsökonom Klaus Klemm. Dem stünden 120.000 Euro bis zu einem Universitätsabschluss gegenüber. Das Instrument sei also auch ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

Den Staat würde eine Ausbildungsgarantie jährlich 1,5 Milliarden Euro kosten, schätzt Klemm. Ausbildungsvergütung und Sozialbeiträge seien noch nicht eingerechnet. Das Geld sei jedoch gut investiert, denn der Staat könne dadurch an anderer Stelle sparen. Die derzeitigen berufsvorbereitenden Maßnahmen verursachten jährlich Kosten von 4,3 Milliarden Euro. Dennoch blieben jedes Jahr 150.000 Jugendliche dauerhaft ohne Berufsabschluss und hätten geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wirtschaft könnte von 150.000 zusätzlichen Fachkräften profitieren

Klemm errechnete, dass der Staat für jeden, der von der neuen Garantie profitiert, 11.000 Euro zusätzlich ausgeben muss. Dem stünden pro Kopf Mehreinnahmen von 22.000 Euro verteilt über 35 Jahre gegenüber. Letzteres ergebe sich aus höheren Lohnsteuereinnahmen, Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und durch sinkende Ausgaben für Arbeitslosengeld und Sozialleistungen. Auch die Wirtschaft könne von einer Ausbildungsgarantie profitieren, erklärte Klemm: Ihr stünden so pro Jahr 150.000 zusätzliche Fachkräfte zur Verfügung.

Unternehmen
Bertelsmann will digitaler und internationaler werden

Neue Zeiten bei Bertelsmann: Der familiengeführte Gütersloher Medienkonzern will künftig Investoren und Geld von außen anwerben. Selbst ein Sprung an die Börse sei möglich. „Ob und wann und in welcher Dimension steht noch offen“, sagte Vorstandschef Thomas Rabe.

Derzeit rutschen jedes Jahr 300.000 Jugendliche in sogenannte berufsvorbereitende Maßnahmen, da sie keine Ausbildungsstelle finden. Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gibt es unter den 20- bis 34-Jährigen derzeit insgesamt 2,2 Millionen Menschen ohne Berufsabschluss. Das sind demnach gut 15 Prozent dieser Altersgruppe. Diese Quote liege konstant hoch auf diesem Niveau, erklärte der DGB Ende August. (AFP)



Kommentare
Fotos und Videos
Supermodels der 90er
Bildgalerie
Topstars
Szenen wie im Bürgerkrieg
Bildgalerie
Ferguson