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Oberhausener Gymnasium schafft Hausaufgaben ab

04.10.2012 | 19:40 Uhr
Oberhausener Gymnasium schafft Hausaufgaben ab
Die Schüler des Elsa-Brändström-Gymnasiums brauchen nach den Herbstferien kein Hausaufgabenheft mehr.Foto: Michael Kleinrensing

Oberhausen.   Die Schüler des Elsa-Brändström-Gymnasiums bekommen in den Klassen fünf bis neun künftig keine Hausaufgaben mehr auf. Sie sollen mehr freie Zeit haben.

Am Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen bekommen die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun demnächst keine Hausaufgaben mehr auf. Das ist die Grundidee eines neues Hausaufgabenkonzepts, das kürzlich im Rahmen einer Schulkonferenz mit großer Mehrheit verabschiedet worden ist.

Die Regelung gilt schon nach den Herbstferien. „Dass dann alle Schüler dieselben Aufgaben machen, wird es nicht mehr geben“, sagt Direktorin Brigitte Fontein. Es sei allerdings auch weiterhin möglich, den Schülern Aufgaben mit nach Hause zu geben - allerdings nur, wenn diese speziell auf die Schwächen des jeweiligen Schülers zugeschnitten seien. So muss kein Kind seine Freizeit mit dem Lösen von Aufgaben verbringen, die es längst beherrscht.

Außerdem soll der Unterricht in Zukunft stärker für Übungen genutzt werden. „Dadurch, dass wir mittlerweile fast nur noch Doppelstunden haben, ist das möglich“, erklärt Schulleiterin Fontein.

Gewerkschaft kritisierte hohen Druck auf die Schüler

Das neue Konzept ist vor allem durch die hohe Belastung der Schüler durch das sogenannte „Turbo-Abi“ und den Ganztagsunterricht nötig geworden, so die Begründung der Schulkonferenz. Nach dem Ende des Unterrichts um 16 Uhr müssten die Kinder eben auch mal Zeit haben, um zu entspannen, erklärt Brigitte Fontein.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte erst vor Kurzem den hohen Druck auf die Schüler kritisiert. „Die Kinder haben auch ein Recht auf Freizeit, auf Spielen am Nachmittag“, meint Cornelia Schiemanowski, Vorsitzende der GEW in Oberhausen. Für Sport- und Musikunterricht bliebe oft kaum noch Zeit, sagt Michael von Tettau, Direktor am Bertha-von-Suttner-Gymnasium. „Man spricht von 44 Stunden Arbeitszeit in der Woche – und das finde ich eindeutig zu viel.“

Das Konzept soll zwei Jahre lang getestet werden

Doch können Kinder ohne Hausaufgaben überhaupt etwas lernen? Darüber wurde zunächst auch am Elsa-Brändström-Gymnasium diskutiert. Mittlerweile seien aber fast alle Eltern und Lehrer vom neuen Konzept überzeugt, sagt Schulleiterin Fontein. Das Hausaufgabenkonzept soll zunächst einmal für zwei Jahre getestet werden.

In dieser Zeit soll geprüft werden, wie erfolgreich das Konzept ist. Die Jahrgangsstufen elf und zwölf müssen allerdings auf jeden Fall auch weiterhin mit Hausaufgaben rechnen, sagt Fontein: „Im Abitur geht es leider nicht ganz ohne.“

Felix Laurenz und Lisa Weitemeier


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