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Deutsche-Bank-Anlage

Zynisch und völlig überflüssig

06.02.2012 | 18:15 Uhr

Jeder, der den Finanzalchimisten bei der Deutschen Bank von vornherein skrupelloses Raubrittertum unterstellt, dürfte sich bestätigt fühlen. Eine Wette auf die Lebensdauer von 500 Menschen anzubieten, ist menschenverachtend und wirft ein bezeichnendes Licht auf den Wahnsinn, der in manchen Entwicklungsabteilungen der Banken grassiert.

Das Prinzip der wirren Anlage: Leben die 500 Referenzpersonen länger als vom Gutachter geschätzt, sinkt die Rendite des Anlagefonds „db Kompass Life 3“. Man kann sich bildhaft vorstellen, wie Fondsmanager angesichts des an sich erfreulichen Überlebens den Anlegern ihr Bedauern über ausbleibende Ausschüttungen ausdrücken. Pure Zockerei losgelöst von echten Werten – dieser Finanzkapitalismus gefährdet die Marktwirtschaft. Lebensversicherungen oder der Rückkauf von Lebenspolicen durch ähnlich gestrickte Fonds sind zwar finanzmathematisch ebenfalls Wetten auf den Tod. Sie haben aber einen Sinn, auch für Sterbenskranke, die zu Lebzeiten über einen Teil der Versicherungssumme verfügen wollen. Die zynische Deutsche-Bank-Wette braucht kein Mensch.

Thomas Wels

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Kommentare
07.02.2012
13:53
Zynisch und völlig überflüssig – Von Thomas Wels
von odin04 | #2

Das ist die wahrlich erbärmlichste Art auf diesem eh schon sehr fragwürdigen globalisierten Kapitalmarkt Kohle abzuzocken! Noch perverser ist die Börsenspekulation
auf Kriege in der Dritten Welt!
Das " positive, gewinnbringende WIRKEN " eines Herrn Ackermanns und Konsorten!!
Die "Deutsche Bank " ist, in IHRER
STRUKTUR nur noch als geistig degeneriert zu bewerten!!

07.02.2012
10:31
Zynisch und völlig überflüssig – Von Thomas Wels
von Eigenart | #1

Mittlerweile würde ich noch weiter gehen: Banker dieser Sorte und Banken dieser Sorte braucht ebenfalls kein Mensch. Und sind Wetten auf Staatspleiten (siehe Griechenland) eigentlich weniger menschenverachtend? Wird es nicht Zeit, dass diesen Kapitalismus-Auswüchsen übelster Art endlich Einhalt geboten wird? "Die Märkte", die momentan ganze Volkswirtschaften ruinieren, sind schließlich nichts anderes als Finanzmakler, die den Daumen heben oder senken. Am anderen Ende der Skala sind Menschen, denen z.B. der Mindestlohn gesenkt wird bei drastischen Preissteigerungen für lebensnotwendige Güter. Das ist ebenso zynisch, aber darüber redet man mittlerweile schon wie über eine nicht zu beeinflussende Naturgewalt.

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