Zweimal Gold, ein Weltrekord
24.03.2008 | 19:01 Uhr 2008-03-24T19:01:23+0100LEICHTATHLETIK. Wolfgang und Ute Ritte sind bei der WM in Toppform.
In Frankreich trafen sich die besten Senioren-Leichtathleten der Welt in Frankreich zu den "World Master Athletics Championships". Das zweitstärkste Nationalteam stellte der deutsche Leichtathletikverband mit 383 von 3625 Athleten aus 59 Nationen. Unter ihnen waren auch Ute und Wolfgang Ritte aus Moers.
Die beiden Stabhochspringer vom Weseler TV hatten sich bei den deutschen Meisterschaften vor drei Wochen in Erfurt, wo sie jeweils den Titel gewinnen konnten, für diese Welttitelkämpfe qualifiziert. Wolfgang Ritte konnte bereits zu Beginn des Jahres zweimal den Weltrekord seiner Altersklasse verbessern, galt als klarer Favorit. Dieser Rolle wurde er souverän gerecht. Nach der Anfangshöhe von 3,70 Metern überquerte der 55-Jährige auch die 3,90 m auf Anhieb und stand bereits als neuer Weltmeister fest. Ziel war es nun, den Weltrekord erneut zu verbessern. Nachdem er bei 4,10 m Probleme mit seinem Stab hatte, entschied er sich auf Empfehlung seiner Tochter Christina für ein härteres Modell. Ohne Probleme übersprang er diese Höhe. Schließlich knackte er noch die neue Weltrekordhöhe von 4,31 m.
Silber über 60 Meter Hürden
Doch die Weltmeisterschaften waren für Ritte noch nicht beendet, denn zuvor hatte er sich bereits als Zweitplatzierter im Semifinale über 60-m-Hürden (9,49 sec) für das Finale qualifiziert. Favoriten waren die Amerikaner Ronald Bolling und James Wollvin Brown. Im Finale erwischte Ritte einen besseren Start. Es gelang ihm, völlig unerwartet knapp hinter Brown Zweiter zu werden. Mit seiner erzielten Zeit von 9,20 Sekunden verbesserte Ritte nebenbei noch den bisherigen deutschen Hürdenrekord um 13 Hundertstel Sekunden.
Kaum weniger erfolgreich verliefen die Titelkämpfe für Ute Ritte. Nachdem mit der Britin Sue Yeomans ihre größte Konkurrentin verletzungsbedingt nicht im Finale antreten konnte und auch die Siegerin der vergangenen WM in Riccione, Hillen Stubbendorf aus Amerika, nicht angereist war, galt Ute Ritte als klare Favoritin. Ihre Anfangshöhe von 2,30 m und alle folgenden Höhen bis 2,60 m übersprang sie ohne Problem auf Anhieb und stand damit bereits frühzeitig als überlegene Weltmeisterin fest.
Angefeuert von vielen Zuschauern gelang es ihr schließlich sogar noch, den Championshiprekord aus dem Jahr 2004 um einen Zentimeter auf 2,71 m zu verbessern. Erst bei den Versuchen, den Weltrekord zu knacken, scheiterte sie dreimal.

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