Zwei heiß diskutierte Euro
17.03.2009 | 21:06 Uhr 2009-03-17T21:06:00+0100Siegen. (SeK) Ein Bier in der Kneipe, eine halbe Schachtel Zigaretten – oder alle Bundesliga-Spiele im TV. Bayern-Manager Uli Hoeneß wäre das jeweils zwei Euro im Monat wert. Viele Fernseh-Zuschauer finden seine Idee, die Rundfunkgebühren dafür zu erhöhen, sicher unsinnig.
Manfred Hees ist eine Ausnahme. Er würde die zwei Euro gerne bezahlen: „Sachen, die im Fernsehen laufen, interessieren nunmal nicht jeden. Es ist doch immer so, dass eine Minderheit dafür bezahlt.”
Andere Sendungen einsparen
Widerspruch folgt auf dem Fuß. „Wem kämen denn die höheren Gebühren zugute? Das sind doch alles hoch bezahlte Fußballprofis”, sagt Udo Fries. „Naja, jetzt sind es Schauspieler. Viel schlechter werden die auch nicht entlohnt”, entgegnet Hees.
Melanie Lahmer fühlt sich von Uli Hoeneß' Vorschlag überrumpelt. „Vielleicht sind es zu wenig Leute, die Fußball gucken wollen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich die Spiele sehen könnte”, sagt sie. Ob dazu die Gebühren erhöht werden müssen, bezweifelt die junge Frau. „Es gibt doch genug bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, was stattdessen eingespart werden könnte.” Bisher verfolge sie die Spiele meist im Radio.
Auf die „Sportschau” im ersten Programm greift Friedhelm Balcerzak zurück. Für den Hoeneß-Vorschlag findet er drastische Worte: „Im Leben würde ich dafür keine zwei Euro mehr bezahlen. Diese Idee ist eine Frechheit, denn die Fußballprofis haben nun wirklich genug Geld.” Ähnlich äußert sich Klaus Becker. „Die Vereine sollten lieber die Gehälter senken. Für einen Hartz-IV-Empfänger sind zwei Euro zwei Brote.
„Hoeneß' Vorschlag ist ein Witz”, sagt Otto Dunkel. Allerdings gebe es auch größere Fußball-Anhänger als ihn. „Ein echter Fußballfan würde das bestimmt gerne bezahlen”, vermutet er. Ein echter Fußballfan ist etwa der Siegener Rechtsanwalt Ralf Pufahl. Er würde in der Tat zwei Euro mehr bezahlen, um dafür die Bundesliga-Spiele im Fernsehen verfolgen zu können.
„Ich bin aber gegen eine Zwangsabgabe. Auch Hoeneß hat klargestellt: Es sollen nur die bezahlen, die Fußball gucken wollen”, sagt er.
„Apollo”-Intendant: Liga in gutem Zustand
Bisher verfolge er die Radio-Konferenz und die „Sportschau”. Zwei- bis dreimal im Jahr sei er auch im Stadion in München.
Magnus Reitschuster, Intendant des Apollo-Theaters, beobachtet seit 40 Jahren das Bundesliga-Geschehen in der „Sportschau” und kickt genauso lange selbst. Auch er würde zwei Euro mehr bezahlen. „Es gibt Wiederholungen und man ist viel näher dran”, sagt er. Aber: Die Bundesliga-Vereine befänden sich in gutem Zustand, Bayern könne international mithalten. „Deshalb ist es unnötig, die Vereine auf Kosten der Allgemeinheit zu unterstützen.”

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